Steuerzahler blechen für "Fußball-Chaoten": Polizei-Boss fordert tiefgreifende Veränderung

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Von Frank Kastner

Dresden - Die Polizeigewerkschaft nimmt nach den Fußball-Krawallen im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion vor allem die Klubs und deren Sicherheitsdienste in die Pflicht.

Polizisten im Einsatz beim Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC am Ostersamstag.
Polizisten im Einsatz beim Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC am Ostersamstag.  © Sebastian Kahnert/dpa

"Es ist eigentlich ein Skandal, dass der Sicherheitsdienst, der durch die Vereine eingesetzt wird, in den Stadien nicht dafür sorgt, dass so etwas nicht passiert. Das ist das, was ich immer sage: Wenn ein Verein nicht in der Lage ist, für Sicherheit im eigenen Stadion zu sorgen, dann dürfen solche Spiele auch nicht mehr vor Publikum ausgetragen werden. Ich spreche da ganz konkret von Geisterspielen", sagte Heiko Teggatz (53), stellvertretender Bundesvorsitzender der Bundespolizeigewerkschaft (DPolG), in einem Interview mit dem TV-Sender RTL/ntv.

Zum Thema Polizeikosten bei rund 750 eingesetzten Beamten beim Zweitliga-Topspiel am Karsamstag zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC meinte Teggatz: "Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler für die Fußballchaoten zahlen muss."

Bei jeder anderen privaten Veranstaltung – wie beispielsweise beim Eishockey, beim Handball oder beim Schützenfest – werden Sie nicht erleben, dass ein Polizeieinsatz in dieser Größenordnung durch den Steuerzahler finanziert wird", sagte er und fügte an: "Im Gegenteil: Da müssen die Veranstalter selbst dafür sorgen."

Polizei hat Ermittlungsgruppe "Fahne" eingerichtet

Beim Zweitligaspiel zwischen Dynamo und Hertha waren rund 750 Polizisten im Einsatz.
Beim Zweitligaspiel zwischen Dynamo und Hertha waren rund 750 Polizisten im Einsatz.  © Lutz Hentschel

Laut Teggatz ist Fußball "eine private Veranstaltung, und diejenigen, die diese durchführen, verdienen damit Millionen, um nicht zu sagen Milliarden. Der Steuerzahler stellt sozusagen den Polizeieinsatz zur Verfügung". Denn die Polizei müsse für die Sicherheit sorgen, "nämlich für die Sicherheit, die die Vereine ihren Zuschauern selbst nicht gewährleisten können".

Nach den Gewaltexzessen in Dresden, wo Pyrotechnik abgebrannt wurde, Anhänger beider Mannschaften über Absperrzäune kletterten und sich im Innenraum gegenseitig mit Feuerwerkskörpern beschossen, hat die Polizei inzwischen eine Ermittlungsgruppe mit dem Namen "Fahne" gebildet.

Die Aufgabe bestehe darin, die Abläufe der Ausschreitungen zu erhellen und die Tatverdächtigen für ihr Handeln zur Rechenschaft zu ziehen, erklärte Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig. 

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Weiter stehen im Fokus der Ermittlungen: schwerer Landfriedensbruch, Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen sowie Beleidigungen. Dafür wird umfangreiches Videomaterial mit "mehr als 330 Gigabyte Material" ausgewertet.

Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa, Lutz Hentschel

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