Warum der 1. FC Magdeburg für Dynamo auch ein Vorbild ist
Dresden - "Es gibt nichts Schöneres und Besseres, um eine Teamchemie zu verbessern, als Erfolg", gibt Magdeburgs Coach Petrik Sander (65) vor dem Ostkracher gegen Dynamo Dresden zu. Das weiß man auch in Sachsen, aber nicht nur deswegen hat der seit fünf Spielen ungeschlagene FCM auch eine gewisse Vorbildrolle für Schwarz-Gelb.
Denn der Europapokalsieger von 1974 hat sich nach dem Aufstieg in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga etabliert - ein Ziel, was die SGD nach regelmäßigen Ab- und Aufstiegen immer wieder verfolgt. Magdeburgs Rezept?
"Sie hatten in den entscheidenden Positionen im sportlichen Bereich eine gewisse Kontinuität. Wahrscheinlich hatten sie auch ein nicht so verkehrtes Scouting samt gutem Gespür", erklärt Thomas Stamm (42) nur "aus der Ferne".
Aber: "Es wirkt ruhig und kontinuierlich über die letzten Jahre." Genau jene Ruhe und Kontinuität wünscht sich der Schweizer auch in Dresden.
Mit der Verpflichtung von Sportchef Sören Gonther (39) ist die Hoffnung darauf um einiges größer geworden. "Grundsätzlich ist es extrem wichtig, dass Ruhe und Vertrauen in Leute da ist. Trotz vieler Entscheidungen im letzten Jahr hatte ich immer das Gefühl, dass wir mit der Mannschaft in Ruhe arbeiten konnten, Vertrauen hatten. Das ist der Schlüssel. Je klarer und ruhiger wir bis zum letzten Spieltag bleiben, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir nächste Saison wieder 2. Liga spielen", erklärt Stamm.
Am Samstag (20.30 Uhr) will er aber mit seinen Mannen erst einmal für etwas mehr Unruhe an der Börde sorgen.
So will Dynamo den 1. FCM knacken
Vier Punkte mehr haben die Magdeburger aktuell als die SGD. Gelingt Dynamo die Revanche von der Hinspiel-Niederlage, steckt der FCM wieder ganz tief unten drin.
"Sie haben inhaltlich ein paar Dinge verändert. Unter dem aktuellen Trainer gibt es eine klare Struktur, mit und gegen den Ball. Es gibt eine andere Klarheit, ein anderes Selbstverständnis - logisch, wenn du ein paar Spiele für dich ziehst", so Stamm.
Aber Dynamos Coach kennt ein paar Wege, wie Magdeburg zu knacken ist. Einer: "Es ist gegen den Ball sehr mannorientiert, da kann es schon mal sein, dass der Innenverteidiger bis zu unseren mit dem Stürmer mitläuft, wenn du gegengleiche Läufe hast. Dadurch kann es spannende Räume geben, wenn wir es gut spielen." Ein anderer wäre die neugewonnene Stärke bei Freistößen und Ecken.
"Es wird viel um Genauigkeit, viel um Timing gehen und vielleicht weniger darum, immer diesen perfekten Überraschungsmoment zu haben. Wenn das Timing so passt wie letzte Woche, können sie uns helfen."
Titelfoto: Lutz Hentschel

