Dynamo und Sören Gonther: Liebe auf den zweiten Blick!

Dresden - 15 Uhr betrat Sören Gonther (39) am Freitag die Dynamo-Bühne. Schwarze Hose, beigefarbenes Shirt, schwarzes Hemd. Gentlemanlike gab er jedem Anwesenden die Hand, tauschte ein paar Worte aus und ging als neuer Geschäftsführer Sport aufs Podium. Das Gonthersche Zeitalter bei Dynamo Dresden hat begonnen.

Sören Gonther (39, 2.v.l.) bei seiner Vorstellung am Freitag an der Seite der Aufsichtsräte Michael Ziegenbalg (39, 3.v.l.) und Michael Born (58, r.).
Sören Gonther (39, 2.v.l.) bei seiner Vorstellung am Freitag an der Seite der Aufsichtsräte Michael Ziegenbalg (39, 3.v.l.) und Michael Born (58, r.).  © Eric Münch

60 Kandidaten hatten sich auf den Posten beworben, mit denen sich der Aufsichtsrat um Chef Michael Ziegenbalg beschäftigt hat. Da war einiges zu tun, zumal das Gremium auch selbst seine Kandidaten ins Spiel brachte.

"Wir haben Sören angesprochen und er hat fristgerecht seine Bewerbung abgegeben", sagte Ziegenbalg bei Gonthers Präsentation. Im Stillen wohl auch ein Eingeständnis, dass die Wahl Thomas Brendel (49) vor 18 Monaten eine falsche war, sonst wäre man nicht von sich aus auf den 39-Jährigen zugegangen.

Es ist quasi eine Liebe auf den zweiten Blick. Aber im Gegensatz zum Mai 2024 verlief die Auswahl und letztendlich auch die Ernennung weniger spektakulär und vor allem ohne großes Tamtam ab.

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Der Aufsichtsrat hat aus dem damaligen Wirrwarr gelernt. Seit November im Gremium sitzt auch Ex-Geschäftsführer Michael Born (58). Er holte 2007 Gonther als Spieler nach Paderborn und 2017 nach Dresden. Beide kennen sich also gut.

Seit dem 1. Januar ist Sören Gonther offiziell als Geschäftsführer Sport bei der SGD im Amt.
Seit dem 1. Januar ist Sören Gonther offiziell als Geschäftsführer Sport bei der SGD im Amt.  © Eric Münch

Sören Gonther hat noch immer enge Verbindung zu Dynamo Dresden und ist noch nicht fertig

Auf Sören Gonther (39) wartet jetzt eine Menge Arbeit.
Auf Sören Gonther (39) wartet jetzt eine Menge Arbeit.  © Eric Münch

"Es ist immer von Vorteil, wenn man jemanden auch menschlich kennt und von seinen Qualitäten überzeugt ist", sagte Born: "Aber ausschlaggebend ist seine sportliche Expertise, die er mitbringt. Er bringt ein großes Netzwerk mit, hat als Spieler bei jedem Verein Verantwortung übernommen. Sören hat von allen Kandidaten den besten Überblick über die 2. Liga, allein durch seine Sky-Tätigkeit. Das war für uns war das Wichtigste."

Und Gonther selbst? Er sprach davon, dass "ich mit Dynamo noch nicht fertig war". Er wechselte 2019 nach zwei Jahren und nur 21 Spielen (bedingt durch einen Kreuzbandriss) zum FC Erzgebirge.

"Das passiert im Fußball. Cristian Fiel und ich waren unterschiedlicher Auffassung, was meine Spielzeiten betrifft. Ich war nie ein Spieler, der sich hingesetzt hat und ein Jahr Vertrag mitgenommen hat. Ich wollte immer spielen", so Gonther.

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Jetzt also seine Rückkehr, sein Neubeginn und das mit einer besonderen Geschichte. Denn er selbst hängt noch im Geschäftsführer-Büro. "Von der Choreografie vom Spiel gegen Magdeburg damals. Und ich habe tatsächlich den zentralen Abwehrspieler erkannt, der jetzt etwas grauer geworden ist. Das bedeutet mir schon einiges. Ich habe mit meiner Familie sechs Jahre hier gelebt, immer einen besonderen Bezug zum Verein gehabt, habe hier meine B-Plus-Lizenz bei einem DFB-Lehrgang bei der U14 und U15 gemacht, war oft genug im Stadion."

"Dass es jetzt diese Möglichkeit gibt, ist emotional etwas Besonderes, habe sicherlich eine andere Beziehung zum Klub als Leute, die noch nicht mit dem Verein zu tun hatten." Also dann, weiter geht's.

Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch

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