Wenig Glanz gegen Erstligisten: Schwaches Testspiel von Dynamo reicht trotzdem zum Sieg
Dresden - Man muss schon hartgesotten sein, um sich das freiwillig anzutun. Rund 150 Fans kamen in die Trainingsakademie zu Dynamo Dresdens Testspiel gegen FK Mladá Boleslav. Bei ordentlich Wind und knapp 8 Grad gab's nur ein maues 2:1 (1:0) zu sehen.
Dynamo mit einigen Reservisten und Tribünengästen in der Startelf, einzig Luca Herrmann, Jakob Lemmer und Christoph Daferner waren in den vergangenen Zweitliga-Partien häufiger auf dem Platz zu sehen.
Letztgenannter war es auch, der auf Dresdner Seite für die einzigen "Höhepunkte" in den ersten 60 Minuten sorgte. Ein Abschluss in der 5. Minute, der nicht gefährlich gewesen sein kann, weil ihn kaum einer registrierte. Und sein Tor zum 1:0 (54.) vom Elfmeterpunkt.
Der war sicher verwandelt, Herrmann wurde zuvor von Denis Donat im Strafraum gelegt worden. Mehr gab's nicht. Der tschechische Erstligist sorgte mit zwei zentralen Abschlüssen von Martin Subert (29.) und Filip Lehky (33.) für minimale Beschäftigung bei Keeper Daniel Mesenhöler.
Ein bisschen erwärmend war nur noch das Duell zwischen Tony Menzel und Lehky (53.), als eigentlich schon abgepfiffen war. Dynamos Mittelfeldspieler ließ die Hände nicht vom Trikot des Tschechen, der deutete einen Ellenbogenschlag an, weswegen Menzel kurz mit Mladá-Coach Ales Majer diskutierte.
Dynamo Dresden wechselte erst nach 90 Minuten seine Stammspieler ein
Durchgang zwei war ähnlich mau und hatte zunächst nur eine Veränderung parat: Stefan Kutschke ersetzte den Torschützen Daferner. Die ganz große Wechselorgie sollte es erst in der 90. Minute geben. Bis auf Tim Schreiber, Elias Bethke, Vinko Sapina, Vincent Vermeij, Kofi Amoako und Thomas Keller waren auch alle Mann dabei.
"Ihr müsst mehr arbeiten und euch mehr bewegen", schallte es von SGD-Coach Thomas Stamm in der 75. Minute über den Platz, als David Pech den ersten Torschuss der Tschechen im zweiten Durchgang kläglich vergab. Vier Minuten später hatte Matous Krulich die ganz große Ausgleichs-Chance, legte den Ball aber neben das Gehäuse - wie 120 Sekunden später erneut.
Den besorgte dann Lehky in der 97. Minute, als gerade erst - bis auf Jan Hendrik Marx und Keeper Maximus Fritzsche - jede Menge Startelf-Kandidaten im Spiel waren.
Die machten dann aber doch den Unterschied. Niklas Hauptmann butterweich auf den Kopf von Kutschke (115.), der netzte zum Sieg ein.
Titelfoto: Lutz Hentschel

