Skurriler Siegtreffer! Brandts Rücken katapultiert den BVB an die Tabellenspitze

Sinsheim - Die deutsche Beletage hat - zumindest vorübergehend - einen neuen Spitzenreiter! Borussia Dortmund setzte sich am Samstag in einer hektischen Partie dank eines kuriosen Treffers von Julian Brandt mit 1:0 gegen die TSG Hoffenheim durch und zog so am FC Bayern vorbei.

Julian Brandt (r.) freut sich mit den Kollegen über seine skurrile Bude zur 1:0-Führung für den BVB.
Julian Brandt (r.) freut sich mit den Kollegen über seine skurrile Bude zur 1:0-Führung für den BVB.  © Uwe Anspach/dpa

Allerdings kann der Rekordmeister am Sonntag (17.30 Uhr) im Top-Duell gegen Union Berlin nachziehen und den Platz an der Sonne mit einem Erfolg aufgrund der wesentlich besseren Tordifferenz zurückerobern. Auch die Eisernen hätten theoretisch die Chance, bräuchten dafür gegen die Münchner aber einen Kantersieg.

TSG-Coach Pellegrino Matarazzo hatte im Vorfeld nach satten elf sieglosen Liga-Partien am Stück die "Fightermentalität" seiner Truppe beschworen.

Die ließ den motivierenden Worten zunächst Taten folgen, denn Hoffenheim begann äußerst giftig und kam gleich mehrfach gefährlich nach vorn. Auf der anderen Seite war dem schwarz-gelben Favoriten der Druck aufgrund des möglichen Sprungs auf Rang eins deutlich anzumerken.

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Erst nach einer knappen halben Stunde sowie der verletzungsbedingten Auswechslung des früheren Schalke-Innenverteidigers Ozan Kabak übernahmen die Gäste das Ruder. Allerdings verpassten sowohl Haller als auch Schlotterbeck die Führung und scheiterten an TSG-Keeper Baumann.

Kurz vor der Pause belohnten sich die Dortmunder dann aber doch für die sukzessive Leistungssteigerung: Ein Reus-Freistoß aus dem linken Halbfeld landete auf dem Rücken (!) von Brandt, der die Hereingabe gebückt zum 1:0 ins Netz verlängerte (43. Minute).

Mit dem Kreuz in die Kiste: Der Treffer von Julian Brandt (4.v.l.) hatte Seltenheitswert.
Mit dem Kreuz in die Kiste: Der Treffer von Julian Brandt (4.v.l.) hatte Seltenheitswert.  © Uwe Anspach/dpa

VAR bestimmt die zweite Hälfte zwischen der TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund

Nach dem Seitenwechsel kam viel Unruhe in das Duell, es blieb aber stets hochspannend.
Nach dem Seitenwechsel kam viel Unruhe in das Duell, es blieb aber stets hochspannend.  © Uwe Anspach/dpa

Unter "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Rufen aus dem Auswärtsblock ging es wenig später in die Kabinen.

Die Hausherren nutzten die Halbzeit jedoch, um sich von dem Rückschlag zu erholen und starteten wiederum schwungvoll in den zweiten Durchgang.

Ab der 50. Minute wurde es dann hektisch und kontrovers: Emre Can foulte Akpoguma am Strafraumrand, Schiri Martin Petersen entschied auf Freistoß. Allerdings bat ihn der VAR, sich die Szene nochmal anzusehen, weil der Kontakt offensichtlich innerhalb des Sechzehners stattfand.

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Trotzdem blieb der erwartete Elfer-Pfiff aus, stattdessen annullierte der Unparteiische das vermeintliche Vergehen komplett, es ging mit Schiedsrichterball weiter.

Beinahe im direkten Gegenzug erhöhte Marius Wolf auf 2:0, Köln schaltete sich aber erneut wegen eines vorausgegangen Fouls an Bebou ein, der Treffer zählte in diesem Fall korrekterweise nicht (58.).

Das Match blieb in der Folge nicklig, allerdings auch sehr offen. Die Sinsheimer stemmten sich mit aller Macht gegen die drohende zwölfte Bundesliga-Pleite in Serie, der BVB verteidigte tapfer und setzte immer wieder gezielte Nadelstiche.

In der Schlussphase hatte der eingewechselte Fisnik Asllani den Ausgleich auf dem Kopf, er bugsierte den Ball aus wenigen Zentimetern allerdings neben den rechten Pfosten (84.), wodurch es letztendlich beim knappen Erfolg der Gäste blieb.

Statistiken zum Bundesliga-Spiel zwischen der TSG Hoffenheim und dem BVB

TSG 1899 Hoffenheim - Borussia Dortmund 0:1 (0:1)

Aufstellungen

TSG 1899 Hoffenheim: O. Baumann - Kabak (30. Bicakcic), Vogt, Akpoguma - Kaderabek, Rudy (78. Stiller), Tohumcu (65. Dolberg), Angelino - Baumgartner, Kramaric - Bebou (65. Asllani)

Borussia Dortmund: Kobel - Guerreiro, N. Schlotterbeck, Süle, M. Wolf - E. Can - Reus (88. Hummels), Bellingham - Brandt, Bynoe-Gittens (64. Malen) - Haller (77. Özcan)

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Brandt (43.)

Gelbe Karten: Kabak (7), O. Baumann (1), Vogt (7) / Bellingham (6)

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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