Sinsheim - Es ist kein Geheimnis, dass das Leben als Fußballprofi auch Schattenseiten hat. Patrick Wimmer (25) nimmt selbst die schlimmsten Netz-Auswüchse für gewöhnlich mit Humor, doch es gibt eine klare Grenze, die das Fass beim Neuzugang der TSG Hoffenheim zum Überlaufen bringt.
"Solange es mich betrifft, kann ich damit umgehen. Sobald aber meine Frau oder meine Familie angegriffen werden, hört für mich der Spaß auf", sagte der österreichische WM-Teilnehmer am Rande des Trainingslagers in Seefeld dem "kicker".
Bereits vor einigen Monaten, als er noch im Abstiegskampf mit dem VfL Wolfsburg steckte, hatte der 25-Jährige im "Mind Games"-Podcast über Morddrohungen gegen ihn und seine Angehörigen gesprochen.
"Dann schreiben sie natürlich: Boah, ich bringe deine ganze Familie um, ich wünsche nur, dass alle sterben. Und wenn ich dich sehe, werde ich was machen", sagte er damals.
Verstörende Worte, die Wimmer nun aber mit einem bittersüßen Augenzwinkern gewissermaßen zum Ritterschlag umdeutete: "Ich weiß nicht, ob die Morddrohungen vielleicht auch gekommen wären, wenn ich in einer Amateurliga 70 Tore geschossen hätte", so der Neu-Hoffenheimer.
"Aber im Ernst: Was mich am Profifußball wirklich extrem stört, sind anonyme Beleidigungen und Drohungen in den sozialen Medien. Wenn jemand ein Problem mit mir hat, kann er es mir ins Gesicht sagen. Aber dieses anonyme Draufhauen verstehe ich nicht", fügte er an.
Patrick Wimmer will das Leben als Fußballprofi trotzdem nicht missen
Dennoch sei der Niederösterreicher sehr "froh" über seinen eingeschlagenen Karriereweg: "Fußballprofi zu werden, war nie mein großer Plan oder mein Traum. Aber ich bin dankbar, dass sich alles so entwickelt hat."
"Die negativen Begleiterscheinungen gehören leider dazu, aber insgesamt überwiegt ganz klar die Freude darüber, diesen Beruf ausüben zu dürfen", erklärte Wimmer.
Und wer im Schatten der Anonymität nicht über die Stränge schlägt, kann auf eine Antwort oder sogar ein Treffen mit dem Offensivakteur hoffen, wie er bereits im Podcast verriet.
"Manche schrieben dann so: Deinetwegen ist mein Tippschein kaputt, du schuldest mir einen Döner. Ich schreibe dann, dass er vorbeikommen soll und wir dann Döner essen gehen", witzelte Wimmer.