Das war nichts! TSV 1860 fliegt gegen Illertissen überraschend aus dem Toto-Pokal

Illertissen - David schlägt Goliath! Der TSV 1860 München ist im Viertelfinale des Toto-Pokals beim Regionalligisten FV Illertissen völlig überraschend ausgeschieden. Am Ende stand eine enttäuschende 0:1 (0:1)-Niederlage zu Buche.

Schlussmann Marco Hiller vom TSV 1860 München hielt im Viertelfinale des Toto-Pokals gegen den FV Illertissen, was zu halten war.
Schlussmann Marco Hiller vom TSV 1860 München hielt im Viertelfinale des Toto-Pokals gegen den FV Illertissen, was zu halten war.  © Sven Hoppe/dpa

Das einzige Tor im Vöhlin-Stadion erzielte Maurice Strobel zum 1:0-Erfolg für die Hausherren (15.).

Löwen-Übungsleiter Michael Köllner nutzte die Gelegenheit und wechselte im Pokal im Vergleich zum klaren 3:1-Erfolg in der 3. Liga gegen den FC Erzgebirge Aue einmal mehr munter durch. Marco Hiller, Michael Glück, Niklas Lang, Semi Belkahia, Marius Willsch, Tim Rieder, Yannick Deichmann, Alexander Freitag, Martin Kobylanski, Devin Sür und Meris Skenderovic durften von Beginn an ran.

Für Illertissen, das sich in der Nacht zum Dienstag von Trainer Marco Konrad getrennt hatte, schickte Interimscoach Sven Ackermann folgende Truppe gegen die Münchner auf das Feld: Malwin Zok, Elias Herzig, Alexander Kopf, Darius Held, Marco Gölz, Yannick Glessing, Fabio Maiolo, Lukasz Mozler, Nico Fundel, Maurice Strobel sowie Kento Teranuma.

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Auf dem Rasen übernahmen die Sechzger früh die Kontrolle über Ball und Spiel. Bei nasskaltem Wetter und Temperaturen im einstelligen Bereich zeigten sich die Hausherren aber bemüht und vor allem in der Anfangsphase der Partie sehr lauffreudig.

Den Lohn für den äußerst couragierten Auftritt gab es in der 15. Minute in Form der 1:0-Führung! Teranuma setzte sich mit unbedingtem Willen und der nötigen Portion Glück auf der linken Seite durch, hatte das Auge und legte im Sechzehner in den Rückraum, in welchem Strobel angerauscht kam. Der Mittelfeldspieler versenkte wuchtig rechts im Kasten der Münchner.

Auf der Gegenseite verhinderte Illertissen-Keeper Zok mit einer starken Parade den Ausgleich. Nach einer Flanke von Freitag von links war Skenderovic in der Mitte sträflich frei, hatte jedoch das Nachsehen (20.). Zoks Gegenüber tat es ihm kurz darauf gleich: Hiller war bei einem Schuss Strobels zur Stelle, konnte das Leder gerade noch abwehren (21.).

Aufstellung des TSV 1860 München gegen den FV Illertissen im Viertelfinale des Toto-Pokals

Startelf des FV Illertissen im Viertelfinale des Toto-Pokals gegen den TSV 1860 München

TSV 1860 München nach enttäuschender Leistung im Viertelfinale des Toto-Pokals ausgeschieden

Michael Köllner und seine Spieler vom TSV 1860 München taten sich beim FV Illertissen trotz Überlegenheit schwer. Am Ende stand das Pokal-Aus.
Michael Köllner und seine Spieler vom TSV 1860 München taten sich beim FV Illertissen trotz Überlegenheit schwer. Am Ende stand das Pokal-Aus.  © Angelika Warmuth/dpa

Die Löwen blieben zwar auch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte zumeist spielbestimmend, ließen im letzten Drittel die notwendige Genauigkeit aber vermissen. Torchancen des haushohen Favoriten waren Mangelware, weshalb es mit dem mehr als enttäuschenden 0:1-Rückstand und einem sichtlich angefressenen Coach Köllner in die Kabinen ging.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs bot sich den Fans dann ein nahezu unverändertes Bild. In einer zerfahrenen Partie, die zum Wetter passte, fanden die Löwen keinen Schlüssel, um die defensiv gut eingestellten und weiterhin mit Biss agierenden Gastgeber in ernsthafte Bedrängnis zu bringen.

Mit zunehmender Spieldauer erhöhte Sechzig im Fluchtlicht des Vöhlin-Stadions zwar von Minute zu Minute den Druck und drängte den Gegner tief in dessen eigene Hälfte - was allerdings nicht in einer deutlich erheblicheren Torgefahr resultierte.

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Illertissen hingegen lauerte mit der Führung im Rücken nur noch darauf, den vielleicht alles entscheidenden Konter ausspielen zu können. Zwar wurden die Beine des Außenseiters immer schwerer, getrieben von der Aussicht auf die Sensation sowie den lautstarken Anfeuerungsrufen vom Spielfeldrand kämpften Strobel und Co. aber dennoch um jeden Meter. Und das mit Erfolg!

Da die Einwechslungen von Köllner keinerlei entscheidende Wirkung zeigten, blieb es letztlich beim hart erkämpften Sieg der Hausherren gegen erschreckend schwache Münchner, denen es schlichtweg an nahezu allem mangelte. Für die Löwen ist nach dem Aus im DFB-Pokal nun auch im bayerischen Landespokal Endstation, der Fokus liegt nun ausschließlich dem Aufstieg.

Für den TSV 1860 München geht es dabei am Samstag (14 Uhr) wieder zur Sache, wenn die Köllner-Elf bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund gastieren wird. Der FV Illertissen empfängt bereits am Abend zuvor vor heimischer Kulisse im eigenen Stadion im Rahmen des 14. Spieltags der Regionalliga Bayern den 1. FC Nürnberg II (19 Uhr).

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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