Düsseldorf/Bochum - Dieses Derby in der 2. Bundesliga hat ein Nachspiel: Neben der sportlichen Enttäuschung über die 1:2-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf hat der VfL Bochum jetzt noch ein ganz anderes Thema auf der Agenda. So sollen im Auswärts-Fanblock die Anhänger Kinder und Familien der eigenen Farben bedroht haben.
Das geht aus einer Stellungnahme des Vereins am Dienstag hervor. "Neben dem intensiven Abbrennen von Pyrotechnik, durch das einige Personen zu Schaden kamen, wurden Sitzplatzbereiche unberechtigterweise und unter Androhung von Gewalt vereinnahmt. Dies ist in keiner Weise tolerierbar und wird aufs Schärfste verurteilt, denn die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Anhänger stehen über allem", heißt es von Klub-Seite.
Die Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt, darauf weist auch der VfL Bochum hin, macht aber auch unmissverständlich klar, dass er nicht zulassen wird, "dass Familien und Kinder sich unwohl oder bedroht fühlen".
Deshalb kündigen die Verantwortlichen an, dass "zukünftig die Vergabe der Auswärtstickets - insbesondere die Aufteilung und Nutzung von Steh- und Sitzplätzen" - angepasst und neu reglementiert wird.
Was genau das heißt, teilte der Verein nicht mit. Der Vorverkauf für das nächste Auswärtsspiel am 14. März bei Hertha BSC ist schon angelaufen. Danach spielt das Team von Trainer Uwe Rösler am Osterwochenende beim 1. FC Magdeburg. Bis dahin sollen die neuen Maßnahmen greifen.
Fans des VfL Bochum schildern befremdliche Zustände im Auswärtsblock in Düsseldorf
In den Kommentaren bei Facebook unter der Mitteilung des VfL Bochums zum Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf wird noch mehr deutlich, was sich im Rhein-Ruhr-Duell abgespielt haben soll.
So schreibt ein User: "Wir waren auch vor Ort im Block 125. Es kamen Vermummte mit Sonnenbrillen und haben ganze Familien von ihren Sitzplätzen verscheucht. Keiner hat sich getraut, das zu unterbinden. Die waren so eingeschüchtert. Kleine Kinder sind unter Tränen aus dem Block gegangen. Wir haben [in] Reihe 7 gesessen, konnten das nach oben gut überblicken. Das war einfach bodenlos und hat Kindern für immer den Stadionbesuch versaut. Ich als 46-Jähriger, 1,89 Meter groß, habe mich eingeschüchtert gefühlt. Ich habe nur gedacht, wie die Kinder über solche Kreaturen denken", lauten die bewegenden Worte des Anhängers, der selbst vor Ort war.
Ein anderer schreibt: "'Wir können nicht auf jeden Krüppel Rücksicht nehmen.' Diesen Satz durfte ich mir anhören, jedoch war das kein Ultra, so fair möchte ich sein. Es waren generell sehr viele aggressive VfL-Fans unterwegs", schreibt der Mann.
Laut Beschreibungen von Menschen, die oft beim VfL ins Stadion gehen und auch auswärts dabei sind, soll die Aggressivität in den eigenen Reihen nicht neu sein, dass jedoch Familien und Kinder bedroht werden, schon. Grund genug für den Verein, spätestens jetzt zu reagieren.