Sensation in Köln: SCM verliert dramatisch in Siebenmetern gegen Aufsteiger BHC

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Köln - Ein unglaublicher Wahnsinn, der sich in der Lanxess-Arena in Köln abspielt. Nach einem dramatischen Spielverlauf zwischen dem SC Magdeburg und dem Bergischen HC geht es mit 27:27 ins Siebenmeterwerfen, welches die Elbestädter im Sudden Death verlieren. Für die Mannschaft von Bennet Wiegert bedeutet das am morgigen Tag das Spiel um Platz drei gegen Lemgo.

Der Bergische HC trat in der Defensive extrem körperlich auf und brachte den SCM an seine Grenzen.
Der Bergische HC trat in der Defensive extrem körperlich auf und brachte den SCM an seine Grenzen.  © Federico Gambarini/dpa

"Es spielt überhaupt keine Rolle, es ist das Final4. Hier gibt es so etwas wie ein Underdog oder einen Favoriten nicht", war Tim Hornke zu Beginn des Spiels im Interview bei dyn zu vernehmen. Er sollte Recht behalten, denn der SCM hatte zu Beginn des Spiels, wie auch schon im Ligaspiel gegen den BHC, extreme Schwierigkeiten in die Partie zu finden. Besonders im Angriffsspiel funktionierte wenig.

Der Bergische HC trat mit einer enormen Körperlichkeit auf und machte den Grün-Roten das Leben sichtbar schwer. Nachdem der SCM kurz vor der 15. Minute erst den fünften Treffer erzielt hatte, dauerte es dann mehr als sechs Minuten, bevor sie das sechste Tor bejubeln durften (6:8).

In den letzten zehn Minuten fanden die Elbestädter zwar besser in den Rhythmus, doch die Wuppertaler machten ein brutales Spiel. Der SCM musste sich vor allem bei Sergey Hernández bedanken, dass es mit einem 11:11-Unentschieden in die Pause ging. Der Schlussmann kam im ersten Durchgang auf ganze acht Paraden.

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Während der beiden Auszeiten war Bennet Wiegert immer wieder zu hören, wie er "mehr Bewegung" von seiner Mannschaft forderte.

SCM kann Stärken in Hälfte zwei nicht ausspielen

Besonders Gísli Kristjánsson (r., 26) bekam die Härte der Abwehr mehr als einmal zu spüren.
Besonders Gísli Kristjánsson (r., 26) bekam die Härte der Abwehr mehr als einmal zu spüren.  © Federico Gambarini/dpa

Auch in den zweiten 30 Minuten wurde es für die Elbestädter nicht einfacher. Beide Abwehrketten standen stabil, der BHC agierte physisch weiterhin stark und bis Minute 47 stand es erst 17:17, sodass es auf eine unfassbar spannende Schlussphase hinauslief.

Kurz vor der 50-Minuten-Marke nahm Bennet Wiegert dann seine Auszeit und gab seinen Jungs ein paar Worte mit auf den Weg: "Wir wussten genau, was hier passiert. Wir gegen alle, darin sind wir fantastisch." Und einer davon stach hinaus: Felix Claar, der beim Zwischenstand von 20:20 bereits acht Tore erzielte (54.).

In Minute 55 kam es dann zu einem der nur wenigen Fehler vom BHC, sodass die Magdeburger 22:21 in Führung gehen konnte. Im Gegenangriff parierte Hernández zwar einen Wurf, doch auch das konnte der SCM nicht für eine Zwei-Tore-Führung nutzen, dafür glichen die Wuppertaler im Gegenzug wieder aus.

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Mit dem buchstäblich letzten Angriff klauten die Elbestädter dem BHC den Ball und hatten so noch einmal elf Sekunden auf der Uhr um bei 22:22 einen allerletzten Angriff zu fahren, doch auch diesen konnten sie nicht nutzen und es ging in die Verlängerung.

Krimi-Verlängerung findet keinen Gewinner

Auch in der Verlängerung konnte kein Gewinner ermittelt werden.
Auch in der Verlängerung konnte kein Gewinner ermittelt werden.  © Federico Gambarini/dpa

Der Start in diese zehnminütige Verlängerung, aufgeteilt in zweimal fünf Minuten, verlief für die Grünen-Roten sehr bescheiden. Der BHC bekam ihren ersten Angriff durch, dann vergab Musche einen Siebenmeter und im Gegenzug ging der Aufsteiger mit zwei in Führung. Immerhin kamen die Magdeburger bis zur Pause noch auf einen ran.

Die Mannschaft von Bennet Wiegert startet in die letzten fünf Minuten zwar mit Ballbesitz, doch Sausgtrup zeigte Nerven und brachte seinen Wurf frei am Kreis gegen den Pfosten. Umso wichtiger war dafür die Parade von Hernández im direkten Gegenangriff des BHC.

Doch auch an diesem kleinen Hoffnungsschimmer konnte sich der SCM nicht hochziehen und der bislang so erfolgreiche Felix Claar zimmerte seinen Wurf über den Kasten. Eine Minute vor dem Ende der Verlängerung war Magdeburg ein Tor zurück. Der Aufsteiger konnte ihren Angriff 30 Sekunden vor dem Ende nicht nutzen, sodass die Elbestädter noch einmal die Chance bekam.

Diese endete in einem Foul, sodass der SCM sechs Sekunden vor Schluss noch einen Siebenmeter bekam. Magnusson blieb vor dem Gehäuse eiskalt und sorgte mit dem Unentschieden für eine Entscheidung im Siebenmeter.

SCM verliert dramatisch im Siebenmeterwerfen

In einem dramatischen Siebenmeterwerfen muss sich der SCM am Ende geschlagen geben.
In einem dramatischen Siebenmeterwerfen muss sich der SCM am Ende geschlagen geben.  © Federico Gambarini/dpa

Ein unglaubliches Spiel blieb auch in diesem Siebenmeterwerfen unglaublich und nach den ersten fünf Würfen beider Mannschaften gab es keinen Gewinner. Jeweils drei Spieler trafen und zwei Spieler verwarfen. Es ging in das sogenannte Sudden Death.

Und direkt den ersten verwarf Musche, der Bergische HC jedoch behielt die Nerven und nutzte ihrerseits den Siebenmeter, um den Einzug ins Finale perfekt zu machen.

Der SC Magdeburg scheidet damit überraschend und sensationell aus und muss am morgigen Tag im Spiel um Platz drei gegen Lemgo Lippe ran.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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