Suzuka - Mit dem Großen Preis von Japan ist das dritte Rennen der Saison vorbei und besonders viel Aufregung herrscht auch diesmal wieder rund um die neuen Regularien. In den Interviews vor und nach dem Rennen lässt sich feststellen, wie viel Unmut bei den Fahrern herrscht.
Schon vor dem Rennen kam es zu wahrhaftigen Gefühlsausbrüchen: "Ganz ehrlich, ich kann diese Regularien im Qualifying nicht ausstehen, es ist ein verdammter Witz. Ich bin schnell in den Kurven und bin früh auf dem Gas, nur um auf den Geraden alles zu verlieren, verdammte Sch**ße", ließ Charles Leclerc am Funk seinen Emotionen freien Lauf.
Vieles dreht sich darum, mit seiner Batterie clever umzugehen, doch durch das Aufladen verlieren die Fahrer viel Zeit: "Die schnellen Kurven sind mittlerweile nur noch Auflade-Stationen. Es kommt nicht mehr auf den Fahrer an", so Fernando Alonso.
Auch David Coulthard, Ex-Fahrer für Red Bull, teilt die Ansicht von Alonso: "Langsamer in eine schnelle Kurve zu fahren, um mehr Batterie aufzuladen, das ist nicht meine Idee der Formel 1. Ich bin mit Qualifyings aufgewachsen, wo die Fahrer am absoluten Limit waren."
Im Rennen selbst ist das Haushalten der Batterie ebenfalls ein Problem: "Ich konnte zwar überholen, aber dann wurde ich auf der Geraden direkt wieder überholt, weil meine Batterie leer war. Ich versuche einfach, irgendwie darüber zu lachen, denn nur frustriert zu sein, hilft nicht", war von Verstappen im Anschluss in der Medienzone zu hören.
Nach dem Rennen war klar zu vernehmen, dass die Mehrheit der Fahrer sich über die fehlende Power beschwerte.
Fieser Crash befeuert Debatte um die Regularien
In Runde 22 des Rennens kam es dann zu einem echten Schockmoment: Oliver Bearman versuchte mit einem gehörigen Tempoüberschuss, Franco Colapinto zu überholen, der davon sichtlich überrascht wurde und noch versuchte zu verteidigen. Bearman konnte nur noch auf das Gras ausweichen und prallte seitlich bei 50G in die Reifenmauer.
Verstappen hatte für diesen Vorfall klare Worte: "Das ist genau das, was mit diesen Regulierungen passiert. Ein Fahrer ist ohne Batterie, und der andere nutzt buchstäblich die Pilze von Mario Kart. Das kann einen Unterschied von 50 bis 60 km/h machen."
Die Fahrer selbst scheinen eine sehr klare Meinung zu den neuen Regeln zu haben, mittlerweile staut sich der Frust an. Auch der amtierende Weltmeister Lando Norris machte seinem Ärger nach dem Rennen Luft:
"Es ist egal, was wir sagen. Alles, was zählt, ist, dass die Fans es genießen." Auf die Antwort des Journalisten, dass die Fahrer es doch aber auch genießen sollten, antwortete der Brite mit einem klaren "offensichtlich nicht".
Wegen der zwei abgesagten Rennen in Saudi-Arabien und Bahrain macht die Formel 1 nun einen ganzen Monat Pause. Es ist zu erwarten, dass die FIA Regeländerungen vornehmen wird, um Unfälle wie diesen von Bearman künftig zu verhindern.