Köln - Die Stadt Köln will unbedingt die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ausrichten und führt dafür noch bis zum 19. April einen Bürgerentscheid per Briefwahl durch. Für eine Bewerbung muss sich die Domstadt allerdings unter anderem gegen Berlin und München durchsetzen.
Beide Städte waren schon einmal Schauplatz des größten Sportevents, das es überhaupt gibt: 1936 fanden die Spiele unter dem Hitler-Regime in Berlin statt, 1976 in der bayerischen Landeshauptstadt.
Ein Nachteil sei das für Köln aber keinesfalls, meint Oberbürgermeister Torsten Burmester (63, SPD) im Gespräch mit "Welt". "Natürlich können wir mithalten", betont der ehemalige Vorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit Blick auf die nationale Konkurrenz und ergänzt: "Fragen Sie mal die internationalen Fans, die während der Fußball-Europameisterschaft bei uns in Köln zu Gast waren."
Angesprochen auf Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU), der immer wieder betont, dass München der beste Kandidat für die Spiele sei, kann sich der 63-Jährige einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Ich nehme das zur Kenntnis und lade ihn schon jetzt ein, sich beim Besuch der Spiele an Rhein und Ruhr davon zu überzeugen, dass er sich geirrt hat."
Zumal seine Stadt mit dem Kölner Dom punkten und diesen ähnlich wie Paris 2024 den Eiffelturm ins Zentrum der Spiele rücken könne. "Er ist schon ein Star, immerhin das meistbesuchte Bauwerk in Deutschland und weltweit bekannt", so Burmester.
Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester ist sicher: "Olympia wird einen Investitionsbooster auslösen"
Auch auf einen der größten Kritikpunkte der Olympia-Gegner in Köln geht der SPD-Politiker ein: Die Organisationskosten von geschätzten 4,8 Milliarden Euro könnten komplett durch Marketing und Eintrittsgelder abgedeckt werden, verspricht Burmester. "Wir würden mit 14 Millionen deutlich mehr Tickets als unsere Mitbewerber anbieten. Dadurch können wir zwischen 200 und 400 Millionen Euro Gewinn erwirtschaften", meint der 63-Jährige.
Hinzu kommt, dass in Köln und NRW für die Spiele keine neuen "Hochglanz-Sportstätten" errichtet werden müssten, sondern auf bestehende Anlagen zurückgegriffen werden könnte.
Die Schwimm-Wettkämpfe könnten so etwa vor 50.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Gelsenkirchener Veltins-Arena ausgetragen werden, die Leichtathletik-Duelle in einem temporären Stadion auf einem bislang brachliegenden Gelände in der Domstadt.
"Olympia wird einen Investitionsbooster für die Infrastruktur auslösen und viele Entwicklungen beschleunigen, die sonst angesichts der finanziellen Lage auf sich warten ließen. Was wir in die olympischen und paralympischen Spiele investieren, kommt den Kölnerinnen und Kölnern zugute - weit über das Ende der Spiele hinaus", ist sich Burmester sicher.