Debakel für Francesco Friedrich! Fünfter Olympiasieg ist fast schon futsch

Cortina d'Ampezzo (Italien) - Ist der Traum vom dritten Zweier-Gold bei Olympia für Francesco Friedrich (35) schon nach dem ersten Tag in Cortina geplatzt? Der Rückstand des Pirnaers auf Johannes Lochner (35) beträgt bereits nach zwei von vier Läufen 80 Hundertstel. Im Normalfall hat der führende Berchtesgadener Gold sicher!

Francesco Friedrich (35) erwischte keinen guten ersten Wettkampftag bei Olympia.  © Robert Michael/dpa

"Jetzt heißt es, einen Happen essen. Schnell die Speicher auffüllen und an die Schlitten", versuchte der Zweitplatzierte die Situation sportlich zu sehen. Der 35-Jährige quälte sich ein Lächeln raus und versprach, noch mal "anzugreifen". Wie realistisch ist dies?

"Der zweite Lauf von Adam Ammour hat gezeigt, du kannst auf der Bahn schnell 50 Hundertstel verlieren", erklärt Gerd Leopold (67).

Der Friedrich-Coach legt den Finger in die Wunde von Lochner: "Hansi ist in der Kurve eins nur zwei Zentimeter von der Bande weg gewesen. Wenn er die zu eng fährt und trifft, dann verliert er eine Sekunde in dem Lauf."

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Die Bahn verzeiht im oberen Teil keine Fehler. Passiert einer, verlieren die Schlitten viel Geschwindigkeit und da der Eiskanal flach ist, kann die Fahrlinie danach noch so gut sein, der Rückstand wird immer größer.

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Francesco Friedrich kann jetzt ohne Druck fahren

Der Sieg im Zweierbob ist für Francesco Friedrich und Anschieber Alexander Schüller (28) fast schon außer Reichweite.  © Robert Michael/dpa

Dies zeigte der erste Durchgang. "Der ging mir gut von der Hand", lachte Lochner im Ziel. Nahezu perfekt steuerte er seinen Schlitten durch die Kurven.

Und Leopold erkannte an: "Der Lauf war Bombe. Allerdings weiß ich auch nicht, wo Franz diesen großen Rückstand eingefahren haben soll. So viele große Fehler habe ich nicht gesehen." Der Rückstand betrug aber bereits da 48 Hundertstel. Lochner raste mit Tempo 135,32 statt wie Friedrich mit 133,32 ins Ziel.

Am Dienstag geht's weiter. Um 19 Uhr startet der dritte und ab 21 Uhr der vierte und entscheidende Lauf. Danach ist klar, wer Olympiasieger wird.

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Es braucht ein Wunder, damit es nicht Lochner, sondern Friedrich wird. Der Rekordweltmeister scheint etwas zu verkrampfen und deshalb fehlte ihm am ersten Tag spürbar die Lockerheit.

Vielleicht ist es deshalb ganz gut, dass der Druck weg ist ...

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