Nach enttäuschender Olympia-Vorrunde: Ex-Kapitän Moritz Müller rechnet mit DEB-Team ab

Mailand (Italien) - Viele Experten sprachen im Vorfeld von Olympia davon, dass der Deutsche Eishockey Bund das beste deutsche Team aller Zeiten am Start habe. Doch nach der durchwachsenen Vorrunde hat Ex-Kapitän Moritz Müller (39) mit der Mannschaft abgerechnet.

Moritz Müller (39) im Zweikampf mit dem Amerikaner Matthew Tkachuk (28) von den Florida Panthers.
Moritz Müller (39) im Zweikampf mit dem Amerikaner Matthew Tkachuk (28) von den Florida Panthers.  © Carolyn Kaster/AP/dpa

"Die besten Mannschaften, die ich erlebt habe, waren 2018 und 2023. Da muss diese Mannschaft erst noch hinkommen", kritisiert der langjährige Kapitän der Kölner Haie nach der 1:5-Pleite gegen die überlegenen USA.

Nach einem 3:1-Sieg zum Auftakt gegen Dänemark hatte die Mannschaft von Trainer Harold Kreis (67) auch schon das zweite Spiel gegen Lettland verloren (3:4). Durch Glück landete man am Ende dennoch auf dem zweiten Tabellenplatz, sodass man in der ersten K.-o.-Runde nun auf Frankreich (Dienstag, 12.10 Uhr) trifft.

Während Müller in den vergangenen Jahren als Kapitän des Teams vorangegangen war, wurde er vor den Olympischen Winterspielen von Kreis degradiert. Sein Amt als Captain übernahm NHL-Superstar Leon Draisaitl (30). Und nicht nur das: bisher bekommt der Ur-Kölner nur wenig Spielzeit - auch ein Grund für seine Kritik?

Olympia 2026 im Ticker: Beschert dieses Duo deutsches Gold am Abend?
Olympische Winterspiele Olympia 2026 im Ticker: Beschert dieses Duo deutsches Gold am Abend?

"Wir haben mit Sicherheit die besten Spieler dabei. Aber wir müssen verstehen, wie wir als Mannschaft auf diesem Niveau zu spielen haben. Da braucht es eine geschlossene Team-Leistung und geradliniges Eishockey", macht der 39-Jährige klar.

Olympia: Moritz Müller mit kleiner Spitze in Richtung von Coach Harold Kreis

Coach Harold Kreis (67) setzt bislang wenig auf den Routinier der Kölner Haie. Zudem hat er vor Olympia Leon Draisaitl (30, r.) zum Kapitän gemacht.
Coach Harold Kreis (67) setzt bislang wenig auf den Routinier der Kölner Haie. Zudem hat er vor Olympia Leon Draisaitl (30, r.) zum Kapitän gemacht.  © Peter Kneffel/dpa

Man habe zwar tolle Eishockeyspieler dabei, die zu den besten der Welt gehören, aber man könne nicht denken, dass jedes Mal, wenn einer von denen auf dem Eis sei, man ihm die Scheibe geben könne und dann ein Wunder passiere.

"Jede Nation hat Top-Spieler dabei, und wir als Mannschaft müssen einfach besser zusammenspielen, und damit meine ich alle", so der Verteidiger weiter.

Auffällig bisher im Turnierverlauf: Coach Kreis gibt den NHL-Stars ziemlich viel Spielzeit. "Ich kann mir vorstellen, dass jeder gern mehr spielen würde", schickt Müller eine kleine Spitze in Richtung des Trainerteams.

Skisprung-Enttäuschung bei Olympia: Bundestrainer lässt Spannungen im Team durchblicken
Olympische Winterspiele Skisprung-Enttäuschung bei Olympia: Bundestrainer lässt Spannungen im Team durchblicken

Doch das sei nicht seine Entscheidung, sondern die von Kreis und seinen Assistenten.

Titelfoto: Carolyn Kaster/AP/dpa

Mehr zum Thema Olympische Winterspiele: