Odyssee zum Olympiasieg: Gold-Heldin Maier freut sich auf "einige Aperol-Liter"

Livigno (Italien) - Dranbleiben lohnt sich, das zeigt der Werdegang von Daniela Maier (29) eindrucksvoll. Am Freitagmittag ist die deutsche Freestylerin im Ski Cross zur Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen gerast, doch bis dorthin war es ein beschwerlicher Weg.

Gold! Daniela Maier (29) holte den ersten deutschen Olympiasieg im Ski-Freestyle überhaupt.  © Oliver Weiken/dpa

"Einer Freundin habe ich gesagt, sie soll schon mit einem Aperol hier unten stehen, den hat sie jetzt aber leider nicht hier reingebracht. Aber ich hoffe, dass es heute noch einige Aperol-Liter geben wird", freute sich Maier nach dem Erfolg am ZDF-Mikro schon auf ihr Gewinner-Getränk.

Verdient hat sie sich den Tropfen: Ohne großes Drama ließ die Schwarzwälderin ihre Konkurrentinnen ab dem Achtelfinale souverän hinter sich, wurde nicht einmal überholt und feierte am Ende den ersten deutschen Olympiasieg im Ski-Freestyle und den ersten schwarz-rot-goldenen Triumph in Livigno bei diesen Spielen.

Vor vier Jahren in Peking sah das noch ganz anders aus. Maier kam damals eigentlich als Vierte hinter Fanny Smith (33) ins Ziel, doch die Schweizerin wurde aufgrund einer angeblichen Behinderung disqualifiziert. Später revidierte die Jury ihre Entscheidung wieder, ehe der DSV Einspruch einlegte - und vorm internationalen Sportgerichtshof CAS Recht bekam.

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Zehn Monate später hielt Maier ihre Medaille nach dem aufreibenden Hin und Her endlich in den Händen, nun verwies sie Smith sportlich eindeutig auf den Silberrang.

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Daniela Maier kämpfte sich nach Gerichtsstress und Verletzung zurück

Daniela Maier (29) am Ziel ihrer Träume mit den Lippen an der Goldmedaille.  © Oliver Weiken/dpa

"Das hat mich sehr, sehr viele Nerven gekostet und mich auch sehr viel zum Nachdenken gebracht", gestand die 29-Jährige im Vorfeld gegenüber dem SID. Die Belastung sei fast "mit einer schweren Verletzung" gleichzusetzen gewesen.

Und auch eine solche sollte die frühere Skirennläuferin noch erwischen, im Januar 2024 riss sie sich das Syndesmoseband im rechten Fuß und kämpfte sich monatelang zurück auf die Piste.

Wie groß die Last war, die nach der langen Odyssee jetzt von der Freestyle-Skierin abfiel, merkte man ihr im Ziel an. Unter Tränen versuchte sie, das Erreichte zu begreifen.

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"Das ist noch surreal, ich habe das erst auf dem Podium realisiert, dass ich die Medaille bekommen habe. Ich werde noch etwas Zeit brauchen, bis ich es wirklich realisiere", erklärte sie.

"Absolut verrückt. Ich bin froh, dass ich durchgehalten habe, nicht aufgegeben habe und immer wieder aufgestanden bin. Ich habe ein unheimlich starkes Umfeld, bin bei der Bundespolizei gut aufgehoben. Ich konnte heute gar nicht verlieren", fasste sie ihren hürdenreichen Weg zu Gold zusammen.

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