Riesen-Streit um Olympia-Ausschluss! Athletin wehrt sich: "Ich komme trotzdem"
Predazzo (Italien) - "Ihr Pech - ich komme trotzdem!" Mit dieser Aussage verschafft Wintersportlerin Annika Malacinski (24) ihrem Frust Luft. Denn die US-Amerikanerin betreibt Nordische Kombination - und in dieser Sportart sind Frauen nach wie vor nicht bei den Olympischen Spielen zugelassen.
In rund einem Monat beginnen die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina. Doch während sich in jeder Sportart Männer wie Frauen gleichermaßen auf das Saison-Highlight vorbereiten, schauen die Kombiniererinnen in die Röhre. Zu jung sei die Sportart, zu wenig Nationen feierten Erfolge, argumentierte das IOC 2022, als es den Frauen die Tür vor der Nase zuschlug und seither auch nicht wieder öffnete.
Für Malacinski Grund genug, ein Protestvideo zu drehen und auf Social Media hochzuladen. Den Clip, der sie mit zwei riesigen Koffern an einem Flughafen zeigt, betitelt sie mit den Worten: "POV: Du packst für die Olympischen Spiele, bei denen du überhaupt nicht antreten darfst."
Statt sich mit den Besten der Welt um Medaillen zu duellieren, wird die 24-Jährige allerdings höchstens den Männern oder Athleten in anderen Sportarten von der Tribüne aus zuschauen dürfen - eine echte Herausforderung für die aktuell 13. des Gesamtweltcups.
"Dieser Februar wird DER härteste Monat meines Lebens. Zu wissen, dass ich und so viele andere Frauen absolut in der Lage sind, auf der höchsten Stufe des Sports zu stehen, aber allein aufgrund unseres Geschlechts davon ausgeschlossen werden ... Was soll das eigentlich?", fragte Malacinski.
Nordischer Kombination droht das komplette Olympia-Aus
Auch die amtierende deutsche Gesamtweltcupsiegerin Nathalie Armbruster (20) macht keinen Hehl aus ihrer Wut über den Ausschluss der Frauen, mehrere Athletinnen wechselten gar von der Kombination zu den Skispringerinnen, um trotzdem bei Olympia an den Start gehen zu können.
"Wir trainieren. Wir bringen Opfer. Wir liefern ab", machte Malacinski deshalb klar. Das Problem sei nicht die Leistung, sondern Politik: Das IOC verzögere, lenke ab und verweigere Frauen dieselben Gelegenheiten, die Männer seit Jahrzehnten hätten.
"Es ist 2026. Dass das immer noch passiert, ist inakzeptabel", schimpfte die US-Amerikanerin: "Wir bitten nicht um Gefallen. Wir fordern Gleichberechtigung."
Die nächste Chance auf eine Olympia-Teilnahme der Kombiniererinnen gibt es 2030. Sollte das IOC allerdings entscheiden, dass Frauen auch dann nicht an den Start gehen dürfen, droht Gleichberechtigung in die andere Richtung: Dann könnten nämlich auch die Männer-Wettbewerbe gestrichen werden, weil bis dahin eine komplette Gleichstellung der Geschlechter erreicht werden muss.
Titelfoto: Bildmontage: Joe Klamar / AFP, Screenshot/Instagram/annika.malacinski

