Cortina d'Ampezzo (Italien) - Im Streit um den Helm des Ukrainers Vladyslav Heraskevych (27) hat das IOC hart durchgegriffen. Weil sich der Skeletoni weigerte, seinen Kopfschutz mit Bildern im Krieg verstorbener Sportler aus der Ukraine zu wechseln, darf er bei den Olympischen Spielen nicht an den Start gehen!
"Nachdem ihm eine letzte Chance gegeben wurde, kann der Skeletonpilot Vladylsav Heraskevych aus der Ukraine heute Morgen nicht an seinem Rennen bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina teilnehmen", teilte das IOC am Donnerstagmorgen mit - der erste Lauf der Skeleton-Fahrer startete um 9.30 Uhr, neben dem Namen Heraskevychs prangt nun ein DNS (Does Not Start).
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry (42) sprach demnach kurz vor Rennbeginn noch einmal mit dem Ukrainer, woraufhin das Startverbot ausgesprochen wurde: "Die Entscheidung folgte seiner Weigerung, die IOC-Richtlinien zur Meinungsäußerung von Athleten zu befolgen."
Heraskevych ging in den Trainings mit einem Helm an den Start, auf den Fotos von 24 im russischen Angriffskrieg verstorbenen ukrainischen Sportlern gedruckt sind, was das IOC als politisches Statement betrachtet.
Bei den Olympischen Spielen sind jegliche Form politischer Statements im Rahmen der Wettkämpfe verboten.
Olympia 2026: Vladyslav Heraskevych darf im Skeleton nicht starten und wirft IOC Doppelmoral vor
Für den 27-Jährigen war jedoch klar, dass es keine Option ist, den Helm abzulegen. "Sie verdienen es, mit mir hier beim Wettkampf zu sein. Das IOC mag diese Athleten verraten, aber ich werde es nicht tun", sagte Heraskevych am Mittwochabend.
Nach eigenen Angaben bot das IOC dem Ukrainer an, statt des Helms beim Rennen eine schwarze Armbinde zu tragen und den Helm nach dem Wettkampf in der Mixed Zone zu zeigen, doch Heraskevych reichte das nicht.
Stattdessen kreidete er Doppelmoral des Komitees an: So halte der Eiskunstläufer Maxim Naumov (24) aktuell bei den Wettbewerben ein Bild seiner vor rund einem Jahr verstorbenen Eltern hoch, zudem erinnerte der Skeletoni an den deutschen Gewichtheber Matthias Steiner (43), der bei den Olympischen Spielen 2008 mit einem Bild seiner verstorbenen Frau angetreten war.
"Damals haben wir es gefeiert", betonte Heraskevych: "Ich glaube, das war ein großartiger Moment, der andere Erfolge nicht überschattet hat. Ich denke, es ist okay, Menschen zu betrauen, die man gern hatte."