Neapel (Italien) - Kaum eine Etappe des diesjährigen Giro d'Italia, die nicht von einem Massensturz überschattet wird! Auch auf dem sechsten Teilstück der Grand Tour kam es wenige hundert Meter vor dem Ziel auf regennassem Kopfsteinpflaster zu einem bösen Sturz. Der Deutsche Pascal Ackermann (32), der selbst glücklicherweise verschont blieb, reagierte alles andere als amüsiert auf den Zwischenfall.
"Die Zielkurve war leicht nass. Eigentlich wussten wir vorher schon zu 70:30 Prozent, dass wir nicht durchkommen", sagte der frustrierte Ackermann nach dem Rennen bei Eurosport und fügte zynisch hinzu: "Das Spektakel ist wieder da, sie haben uns stürzen sehen. Ich weiß nicht, ob wir das brauchen."
Schon vor der Etappe hatte der 32-Jährige Zweifel angemeldet, dass es glimpflich ausgehen würde, wenn die Straßen nicht trocken blieben - und sollte recht behalten.
Anstatt eines breiten, geraden Zielstücks wählten die Veranstalter eine kurvenreiche Kopfsteinplasterstrecke für den finalen Kilometer. Dort rutschte zunächst Unibet-Rose-Rockets-Fahrer Elmar Reinders (34) sowie sein in aussichtsreicher Position für den Etappensieg liegender Teamkapitän Dylan Groenewegen (32) weg, dahinter kamen fünf weitere Sportler zu Fall.
Mehrere gut platzierte Fahrer wurden durch den Sturz aufgehalten, darunter auch Ackermann, der schließlich nur den 17. Rang belegte, während vorne der Italiener Davide Ballerini (31) nur von Jasper Stuyven (34) verfolgt zum Tagessieg fahren konnte.
Giro d'Italia: Radsportler kritisieren zu komplizierte Zielankünfte
Nicht nur Ackermann war danach entsprechend bedient.
"Wir wissen, dass es auf dieser Art Kopfsteinpflaster bei Regen extrem rutschig werden kann. Ich weiß wirklich nicht, warum wir so komplizierte Ankünfte aufsuchen müssen", kritisierte Jonathan Milan (25), der sich gerade noch vor dem Sturz retten konnte, dabei aber ausklicken musste und keine Chance mehr auf einen Zielsprint hatte.
Er schloss sich dem Zynismus des Fahrers von Team Jayco AlUla an: "Anscheinend versuchen die Organisatoren, etwas Hype zu kreieren."
Denn schon im vergangenen Jahr hatte es auf der Sprintetappe nach Neapel einen Massensturz gegeben - gelernt haben die Organisatoren daraus offenbar nicht.