Bogotá (Kolumbien) - Ex-Radsport-Star Luis "Lucho" Herrera (64) wird beschuldigt, 2002 einen Vierfach-Mord in Auftrag gegeben zu haben. Über zwei Jahrzehnte später muss sich der frühere "Tour de France"-Teilnehmer wegen der schwerwiegenden Vorwürfe vor Gericht verantworten.
Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, habe die kolumbianische Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den heute 64-Jährigen aufgenommen.
Demnach werde Herrera von zwei ehemaligen Paramilitärs beschuldigt, eine bewaffnete Bauernmiliz aus der Region Casanare gegen Bezahlung angeheuert zu haben, um seine Nachbarn verschwinden zu lassen.
Als mögliches Motiv werde demnach ein Streit um Land vermutet, da sich die Opfer damals geweigert hätten, ihm ihr Grundstück in der Stadt Fusagasugá (Gemeinde im Departamento Cundinamarca) zu verkaufen.
Neben dem "Vuelta a España"-Sieger von 1987 würden sich die Ermittlungen auch gegen seinen Bruder Rafael Herrera richten.
Herrera-Brüdern droht lange Haftstrafe
Angeblich seien im Zuge der Untersuchungen "wesentliche Beweise" im Zusammenhang mit der Horror-Tat gefunden worden. Diese würden wohl darauf hindeuten, dass beide Kontakt zu Mitgliedern einer paramilitärischen Gruppierung aufgenommen hätten, um die Bauern "gegen ihren Willen zu verschleppen".
Die Leichen zweier Opfer seien bereits 2008 gefunden worden, während zwei weitere weiterhin als vermisst gelten.
Herrera selbst habe sich im Juni des vergangenen Jahres den Behörden gestellt und die Vorwürfe bestritten.
Für den 6. Februar seien er und sein Bruder zu einer Anhörung vorgeladen worden. Im Falle einer Anklage drohen Haftstrafen von 26 bis 45 Jahren.