Hansi Flick gefeuert! Historisches DFB-Beben nach Japan-Debakel

Wolfsburg/Frankfurt am Main - Nach dem schwachen Abschneiden bei der WM und der jüngsten Pleiten-Serie ist es jetzt offiziell! Hansi Flick (58) ist nach einer Krisensitzung als erster Bundestrainer in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft entlassen worden.

Hansi Flick (58) am Sonntag beim Regenerationstraining der Nationalmannschaft nach dem Japan-Schock.
Hansi Flick (58) am Sonntag beim Regenerationstraining der Nationalmannschaft nach dem Japan-Schock.  © Swen Pförtner/dpa

Das gab der Deutsche Fußball-Bund am Sonntag in einer Mitteilung bekannt.

"Die Gremien waren sich einig, dass die A-Nationalmannschaft der Männer nach den zuletzt enttäuschenden Ergebnissen einen neuen Impuls benötigt. Wir brauchen mit Blick auf die Europameisterschaft im eigenen Land eine Aufbruchstimmung und Zuversicht. Für mich persönlich ist es eine der schwierigsten Entscheidungen in meiner bisherigen Amtszeit", sagte Präsident Bernd Neuendorf (62).

Die Entscheidung fiel unmittelbar nach der deutlichen 1:4-Pleite der DFB-Auswahl am Samstagabend gegen Japan.

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Erneut hatten sich die Adlerträger, die nunmehr seit fünf Testspielen (vier Niederlagen, ein Remis) nicht mehr gewinnen konnten, zum Teil desolat präsentiert. Der letzte Sieg war Flick im März beim 2:0-Erfolg gegen Peru gelungen.

Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar schaffte es der 58-jährige Übungsleiter damit nicht, das Ruder mit dem Blick auf die bevorstehende Heim-EM im kommenden Jahr herumzureißen.

Von den Zuschauern in Wolfsburg wurde das Debakel gegen Japan mit lauten Pfiffen beantwortet, der Druck auf den früheren Bayern-Coach stieg schon in den vergangenen Wochen und Monaten immer weiter an.

Ein Trio übernimmt bei der Nationalmannschaft für Hansi Flick

DFB-Sportdirektor Rudi Völler (63) sprach am Sonntag zu den Fans.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler (63) sprach am Sonntag zu den Fans.  © Swen Pförtner/dpa

Trotzdem leitete Flick zunächst das öffentliche Training am Sonntagvormittag, DFB-Sportdirektor Rudi Völler (63) vermied allerdings ein klares Bekenntnis zum Bundestrainer.

Der Rauswurf sei für ihn "kein einfacher Moment", wie er jetzt einräumte. Er habe Flick bei seinem Amtsantritt eigentlich "den Rücken freihalten" wollen. "Das Japan-Spiel hat uns klar gezeigt, dass wir in dieser Konstellation nicht mehr weiterkommen", begründete der Ex-Stürmer die Kehrtwende.

Beim Deutschen Fußball-Bund gibt es nun ein ordentliches Stühlerücken. Denn zusammen mit Flick müssen auch seine Co-Trainer Marcus Sorg (57) und Danny Röhl (34) ihren Hut nehmen.

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Völler, Hannes Wolf (42) und Sandro Wagner (35) werden die Nationalelf nun zunächst gegen Frankreich betreuen.

Deutschland muss am Dienstag (21 Uhr, ARD) gegen die Equipe Tricolore in Dortmund antreten.

Das Trio wird jedoch wohl keine langfristige Lösung. Zeitnah möchte der Verband einen Nachfolger präsentieren.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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