"Das gab es noch nie": 1500 Gastronomen feiern mit Poldi im Grünen Bunker

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Hamburg - Bei der ersten "GastroNation" in Hamburg wurde der Grüne Bunker am Montag zum Treffpunkt einer Branche im Krisenmodus. Initiator Kemal Üres (46) will Mut machen, Wissen teilen und den Zusammenhalt stärken. Sichtlich baff und mit nach eigenen Angaben zitternden Beinen betrat der selbsternannte "Gastroflüsterer" um kurz nach 11 Uhr die Mainstage. Vor zwölf Wochen hätte er noch nicht mal ein Logo gehabt. Dass dennoch so viele Menschen gekommen seien, sei ein besonderes Zeichen der Solidarität. Auch prominente Gäste wie Lukas Podolski (41) waren dabei.

Üres bedankte sich bei den zahlreich erschienenen Gästen und kündigte zugleich eine "Weltneuheit" an: Eine speziell für die Gastronomie entwickelte Software, die den Arbeitsalltag erleichtern soll.
Üres bedankte sich bei den zahlreich erschienenen Gästen und kündigte zugleich eine "Weltneuheit" an: Eine speziell für die Gastronomie entwickelte Software, die den Arbeitsalltag erleichtern soll.  © Madita Eggers/TAG24.

"Leute, 200 unterschiedliche Städte, fünf Länder, 1500 Menschen in einem Bunker, das gab es noch nie", rief Üres begeistert ins Publikum.

Für ihn sei die "GastroNation" weit mehr als ein gewöhnliches Branchentreffen. "Ich sehe uns als Nation ohne Grenzen. Hier brauchst du keinen Pass!"

Dass die Veranstaltung ausgerechnet an einem Montag stattfand, war kein Zufall. Während in vielen Restaurants die Stühle auf den Tischen standen, sollten diesmal nicht die Gäste, sondern die Küchenchefs, Barkeeper, Runner und Inhaber selbst im Mittelpunkt stehen.

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Francesco Friedrich Francesco Friedrich ist happy, denn Sandro Michel schiebt nach Horror-Crash wieder an

Üres würdigte besonders die Unternehmerinnen und Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen und anderen Menschen eine Existenz ermöglichen, obwohl sie oft selbst nicht wüssten, wie sie ihren eigenen Betrieb durch schwierige Zeiten bringen sollen.

Der "Gastroflüsterer" machte keinen Hehl daraus, wie sehr die Branche unter Druck steht: steigende Kosten, fehlende Mitarbeitende, ausbleibende Gäste und immer wieder Betriebe, die aufgeben müssen. Gerade deshalb brauche es Orte, an denen sich Gastronomen austauschen, voneinander lernen und offen über ihre Probleme sprechen können.

Gastronomie sei weit mehr als "nur" Essen und Trinken: Sie schaffe Begegnungen, gebe Menschen Chancen und halte Städte lebendig: "Ihr seid der soziale Klebstoff", so Üres. Für ihn ist die Gastronomie das "Rückgrat der Gesellschaft".

Die erste "GastroNation" fand im Grünen Bunker an der Feldstraße in Hamburg statt.
Die erste "GastroNation" fand im Grünen Bunker an der Feldstraße in Hamburg statt.  © Ulrich Perrey/dpa/dpa-tmn

Bereut Frederick Lau die Eröffnung seines veganen Dönerladens?

Gute Laune beim Fotocall: Massiv (43, l.), Frederick Lau (37) und Eko Fresh (43, r.), der Initiator Kemal Üres für sein Talent lobte, Menschen miteinander zu vernetzen.
Gute Laune beim Fotocall: Massiv (43, l.), Frederick Lau (37) und Eko Fresh (43, r.), der Initiator Kemal Üres für sein Talent lobte, Menschen miteinander zu vernetzen.  © Madita Eggers/TAG24

Bei aller Sorge um die Zukunft sollte an diesem Montag aber auch gefeiert werden. Die Gastronomie stehe viel zu selten selbst im Mittelpunkt, so Üres.

Für alles gebe es einen Feiertag, doch selbst am Tag der Arbeit kümmere sich die Branche, wie das ganze Jahr über, um andere. Aber: "Heute ist unser Feiertag, heute feiern wir nicht andere, sondern uns", betonte Üres.

Einer der auch schon die ersten Hürden der Branche kennengelernt hat und gleichzeitig erst vor Kurzem Eröffnung feierte, ist Schauspieler Frederick Lau (37). Seit September ist er stolzer Betreiber des veganen Dönerladens "Döner Pro" in Berlin-Kreuzberg.

"Ich habe gelernt, dass es unglaublich stressig und schwer ist, gute Leute zu finden. Aber auch, dass es immer schön ist, wenn man mit Leuten zusammenarbeitet, die etwas können, was man nicht kann", so Lau im TAG24-Gespräch.

Zudem berühre es ihn jedes Mal aufs Neue, wenn sein Produkt bei den Menschen gut ankomme: "Das ist wie beim Film: Wenn du jemanden kurz vom Alltag ablenken und ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubern kannst."

Zusammen mit den Rappern und ebenfalls Gastro-Quereinsteigern Massiv (43) und Eko Fresh (43) redete er auf der Bühne über das Thema "Side Hustle: Gastronomie": "Für mich ist das hier ein total neues Gefilde, deswegen bin ich heute auch ein bisschen mehr aufgeregt als sonst, weil ich die Menschen nicht kenne. Bei Premieren kenne ich ja immer alle!"

Der "Der perfekte Urlaub"-Darsteller bereue seinen "Side Hustle" bis jetzt "überhaupt nicht", im Gegenteil: "Wir gucken gerade, dass wir größer werden und noch mehr Shops aufmachen!", betonte er gegenüber TAG24.

Auf der Bühne sprachen die drei unter anderem darüber, inwiefern ihr Promistatus beim Einstieg in die Gastronomiebranche hilfreich war. Eko Fresh räumte ein, dass Bekanntheit zwar Türen öffnen könne, ohne Leidenschaft aber auch die größte Reichweite nur von kurzer Dauer sei.
Auf der Bühne sprachen die drei unter anderem darüber, inwiefern ihr Promistatus beim Einstieg in die Gastronomiebranche hilfreich war. Eko Fresh räumte ein, dass Bekanntheit zwar Türen öffnen könne, ohne Leidenschaft aber auch die größte Reichweite nur von kurzer Dauer sei.  © Madita Eggers/TAG24

Lukas Podolski: "Hamburg kann mehr Döner vertragen!"

Kemal Üres und Lukas Podolski haben bereits mehrfach zusammengearbeitet. "Kemal ist ein Spezialist", lobte der Ex-Weltmeister die Expertise des Gastronomen.
Kemal Üres und Lukas Podolski haben bereits mehrfach zusammengearbeitet. "Kemal ist ein Spezialist", lobte der Ex-Weltmeister die Expertise des Gastronomen.  © Montage: Madita Eggers/TAG24 (2)

Unter den Gastrednern war neben Ex-Bundespräsident Christian Wulff (67, CDU) wohl Ex-Weltmeister Lukas Podolski der bekannteste Name. Er und Kemal Üres kennen sich bereits länger.

Dennoch musste Üres den Fußballer eine ganze Weile über WhatsApp bearbeiten, bis dieser schließlich zusagte. "Ich habe schon gedacht, meine Frau wird eifersüchtig", scherzte Üres gegenüber TAG24.

Umso größer war die Freude über die Zusage: "Das war für uns wirklich so ein Moment, wo ich gesagt habe: 'Geil!', weil alle feiern ihn hier. Und er ist heute hier extra hergeflogen und das ist für uns eine große Ehre."

Gemeinsam mit Metin Dağ gründete Podolski 2018 die Dönerkette "Mangal x LP10", die nach eigenen Angaben zu den ersten ihrer Art in Deutschland zählt. Inzwischen umfasst das Franchise-Netzwerk mehr als 80 Filialen.

Auch in Hamburg-Bergedorf eröffnete im vergangenen Jahr ein Standort. Bislang hat der Ex-Fußballer die Filiale allerdings noch nicht persönlich besucht. Wird sich das nun ändern?

"Auf jeden Fall! [...] Jetzt ist ein bisschen mehr Zeit. Wo ich aktiv war, ist es immer ein bisschen schwieriger gewesen", erklärte Podolski gegenüber TAG24. "Hamburg ist auch eine Stadt, die mehr Döner vertragen kann. Ich habe schon gehört, es gibt viele leckere Dönerläden hier. Aber Hamburg ist so groß und auch gastrofreundlich, dass man jedes Konzept vertragen kann."

Titelfoto: Montage: Madita Eggers/TAG24 (2)

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