Lukas Podolski rechnet knallhart mit DFB ab: "Es fehlen Typen. Keiner hilft dem anderen"

Köln - Jetzt spricht Lukas Podolski (41) Tacheles! Nach dem WM-Debakel und dem Peinlich-Aus gegen Paraguay im Elfmeterschießen packt "Prinz Poldi" den deutschen Fußball in den Sack und haut ordentlich drauf.

Lukas Podolski (heute 41, l.) war 2014 Teil der letzten deutschen Titel-Generation.  © Marcus Brandt/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

13 lange Jahre war die Klublegende des 1. FC Köln Teil des DFB-Zirkus - inklusive WM-Titel 2014 in Brasilien. Seitdem hat Deutschland allerdings auf internationaler Bühne nichts mehr gerissen.

Das Ergebnis: drei miserable WM-Endrunden in Russland, Katar und Nordamerika.

Das geht auch Podolski gegen den Strich! Im Interview mit BILD kreidet der Ex-Nationalspieler die jüngste Blamage jedem Einzelnen an.

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Denn: "Es fehlen Typen. Es übernimmt keiner Verantwortung. Man liegt hinten - und es rappelt sich keiner auf, keiner hilft dem anderen", so die Knallhart-Kritik an der Wischiwaschi-Mentalität.

Ganz besonders beim Thema Wille, Leidenschaft und Galligkeit sieht "Prinz Poldi" gewaltigen Nachholbedarf im Vergleich zu erfolgreicheren Jahren. "Man muss auch mal ein wenig dreckig spielen, auf dem Platz darf es ruhig mal knallen. [...] Dieses Deutschland ist nicht mehr so gewesen wie zu meiner Zeit als Nationalspieler."

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Lukas Podolski von öffentlichen Diskussionen genervt

Der Ex-Profi des 1. FC Köln sieht Jürgen Klopp als möglichen neuen Bundestrainer nicht als alleinigen Heilsbringer.  © Andrzej Grygiel/PAP/dpa

Mehr als nur ein Beispiel könne sich der DFB und alle künftigen Nationalspieler daher beim amtierenden Weltmeister Spanien abschauen, erklärt der 41-Jährige.

"Die sind nicht umsonst in den vergangenen Jahren immer vorne mit dabei und gewinnen Titel. [...] Angefangen von der Jugendarbeit über eine gute Organisation bis zur Ausbildung von Mentalitäts-Spielern, die diese Galligkeit und Energie mitbringen", erklärt Podolski.

Deutschland sei im Vergleich dagegen deutlich zu glattgebügelt und außerdem immer darauf aus, sämtliche Fehler und öffentliche Diskussionen zu vermeiden. "[...] Da muss man nicht immer der nette Herr Nachbar sein."

Auch der Umgang mit einzelnen Spielern ist Podolski ein Dorn im Auge. Beispiel: Antonio Rüdiger (33). "Er hat diese Galligkeit, er kann mal ein Drecksack sein, wenn es nötig ist. [...] Aber wir meckern dann über ihn, weil er sich so verhält, wie er sich verhält. Von solchen Mentalitäts-Spielern haben wir zu wenig."

Auf Jürgen Klopp (59) als neuen Bundestrainer würde sich der 41-Jährige zwar freuen, trotzdem aber vorsichtig in die Zukunft schauen. "Jetzt den Trainer zu wechseln und dann zu sagen, nun wird alles besser, das ist zu einfach. Die Probleme sind vielschichtiger."

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