Mit Roller zum Spiel nach Spandau: Hier feiert Max Kruse sein Comeback in der Kreisliga

Berlin - Alles klappte noch nicht für Max Kruse (36) beim Comeback in der Kreisliga. Beim Versuch, vor dem Anpfiff ein paar Pommes mit Mayonnaise für ein Selfie abzustauben, blitze der einstige Bundesliga-Star bei einem Berliner Steppke ab.

Von der Bundesliga in die Kreisliga: Mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen hat Max Kruse (36) beim Berliner Amateurverein BSV Al-Dersimspor sein Comeback gefeiert.
Von der Bundesliga in die Kreisliga: Mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen hat Max Kruse (36) beim Berliner Amateurverein BSV Al-Dersimspor sein Comeback gefeiert.  © Soeren Stache/dpa

Genau ein halbes Jahr nach seinem letzten Profi-Spiel verhalf der 36-Jährige der Reservemannschaft der Berliner Fußball-Amateure von BSV Al-Dersimspor in der Kreisliga A dann immerhin zum Punktgewinn bei der dritten Vertretung der Spandauer Kickers.

"Das war ein ordentliches Spiel. Natürlich muss ich noch ein bisschen ins Training kommen", sagte Kruse nach dem 1:1. "Kunstrasen, ein stumpfer Platz. Die Füße brennen", gestand er.

Mit der Rückennummer 99 hatte er sein Team aus dem Stadtteil Kreuzberg auf den Kunstrasenplatz ganz im Westen der Hauptstadt geführt. Eine Entscheidung des Trainers Güven Akpolat, wie Kruse sagte. Er brauche die Binde sicher nicht.

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Mit seinen Mitspielern hielt er vor dem Anpfiff vor einigen hundert Zuschauern ein Transparent mit der Aufschrift: "Willkommen in der Kreisliga, Max".

Der Kontakt zu Al-Dersimspor war über einen Freund entstanden. Bei der Kreisliga-Premiere hielt Kruse trotz hoher Temperaturen 90 Minuten durch und schlug den Eckball zur Führung. Beim Elfmeterpfiff gegen sein Team intervenierte er beim Referee. "Quatsch nich' so viel. Dit is keene Bundesliga", schallte es im Berliner Dialekt von der Seitenlinie.

Max Kruse beendete im Dezember seine Karriere

Max Kruse führte die Elf als Kapitän auf dem Platz.
Max Kruse führte die Elf als Kapitän auf dem Platz.  © Soeren Stache/dpa

Nach Spandau kam Kruse mit einem Motorroller und schlenderte im Freizeit-Look mit Gucci-Rucksack (Kostenpunkt im Internet: 1544 Euro) entspannt Richtung Umkleidekabine, vor der er seine neuen Kollegen mit Handschlag begrüßte.

Total freundlich sei Kruse, berichteten diese. Ein mehrfacher Klassenunterschied - kein Thema.

"Ich spiele nicht Fußball, um des Fußball Willens", sagte Kruse. Er wolle einfach mit seinen Freunden Zeit verbringen. In einem Café habe man sich einst kennengelernt, berichteten diese im Kreise von Kruses Frau Dilara, die an der Seitenlinie im rosa Outfit Handy-Videos drehte.

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Auf dem Platz nahm Kruse seine Lieblingsposition als hängende Spitze ein, wenn auch mit - wie selber eingeräumt - einigen Kilos zu viel. "Er muss halt abnehmen", sagte Mitspieler und Club-Sponsor Erdal Aksu. Zwei bis drei Jahre rechne man mit Kruses Engagement. "Ich bin nicht der Typ, der so weit vorausplant", sagte Kruse.

Der 14-malige Nationalspieler hatte zuletzt für den SC Paderborn in der 2. Liga gespielt, seine letzte Partie für den SCP hatte er am 28. Oktober bei Hertha BSC im Olympiastadion bestritten, nur rund zehn Kilometer von seinem jetzigen Comeback-Ort entfernt. Wenig später folgte die Ankündigung des Karriere-Endes.

Erstmeldung um 15.05 Uhr, aktualisiert um 17.58 Uhr

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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