Von Jörg Soldwisch und Benedikt Zinsmeister
München - Dayot Upamecano (27) hat nach langwierigen Verhandlungen doch noch beim FC Bayern verlängert - doch alles gut ist deswegen nicht. Das Vorgehen der Berater missfällt Uli Hoeneß (74), er ihre Macht künftig beschneiden.
Die Verantwortlichen des FC Bayern werden es sich "nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft. Ihr Beitrag steht zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung, die aufgerufen und am Ende auch oft gezahlt wird", sagte der 74-Jährige im "Bild"-Interview:
"Wir werden verstärkt 'Nein' sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen."
Der Spieler selbst müsse diesbezüglich wieder mehr in die Pflicht genommen werden, meinte der Ehrenpräsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters. "Man kann auch dem Spieler einmal sagen: 'Wenn dein Berater weiter so unverschämt verhandelt, werden wir mit ihm nicht mehr über deine Zukunft bei uns sprechen.' So weit muss das gehen."
Ihm sei deswegen klar, dass das Wort Nein in Vertragsverhandlungen künftig von Vereinsseite häufiger fallen werde.
"Wir werden vielleicht auch den ein oder anderen Berater – wenn er sich unfair verhält – auf eine Liste nehmen und ihm sagen, dass wir Spieler, die er vertritt, nicht mehr verpflichten werden", ergänzte der langjährige Erfolgs-Manager der Bayern: "Das wäre der nächste Schritt."
FC Bayern München: Hoeneß will Macht der Berater beschneiden
Upamecano hatte in der Vorwoche seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag nach langwierigen Verhandlungen bis zum 30. Juni 2030 verlängert. Der 27-Jährige darf sich über eine deutliche Gehaltsverbesserung freuen.
Hoeneß hatte sich vor der Vertragsunterschrift "entsetzt" über das Verhalten der Berater des Franzosen gezeigt. Öffentliche Attacken des Vereinspatrons gegen Spielerberater sind nicht neu. Beispielsweise bezeichnete der ehemalige Bayern-Manager den Berater von David Alaba (33) einst als "geldgierigen Piranha".
"Im Fall Upamecano wollten die Berater entweder den Preis bei uns hoch- oder ihn zu einem anderen Club treiben, und als Dankeschön sollen wir ihnen Handgeld zahlen", sagte Hoeneß nun: "Das ist ein Widerspruch in sich, den wir so nicht länger hinnehmen sollten."
Es gebe aber auch positive Erfahrungen mit Beratern. "Der Berater von Luis Diaz zum Beispiel hat sehr dafür gekämpft, dass wir ihn aus Liverpool bekommen können, was sehr schwer war. Er hat für seinen Klienten alles investiert und mit Liverpool dennoch immer fair gesprochen. So einen Mann bezahlen wir gern", meinte Hoeneß.
Tabelle 1. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
FC Bayern München | 22 | 82:19 | 57 | |
| 2 |
|
Borussia Dortmund | 22 | 47:20 | 51 | |
| 3 |
|
TSG 1899 Hoffenheim | 22 | 47:28 | 45 | |
| 4 |
|
VfB Stuttgart | 22 | 41:29 | 42 | |
| 5 |
|
RB Leipzig | 22 | 42:30 | 40 | |
| 6 |
|
Bayer 04 Leverkusen | 21 | 43:27 | 39 | |
| 7 |
|
Eintracht Frankfurt | 22 | 44:46 | 31 | |
| 8 |
|
SC Freiburg | 22 | 32:36 | 30 | |
| 9 |
|
Hamburger SV | 21 | 24:31 | 25 | |
| 10 |
|
1. FC Union Berlin | 22 | 28:37 | 25 | |
| 11 |
|
FC Augsburg | 22 | 25:39 | 25 | |
| 12 |
|
1. FC Köln | 22 | 31:37 | 23 | |
| 13 |
|
Borussia Mönchengladbach | 22 | 25:37 | 22 | |
| 14 |
|
1. FSV Mainz 05 | 22 | 25:37 | 21 | |
| 15 |
|
VfL Wolfsburg | 22 | 31:46 | 20 | |
| 16 |
|
SV Werder Bremen | 22 | 22:42 | 19 | |
| 17 |
|
FC St. Pauli | 22 | 20:39 | 17 | |
| 18 |
|
1. FC Heidenheim | 22 | 19:48 | 13 | |
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.