Zäher Upamecano-Poker beim FC Bayern: Uli Hoeneß platzt der Kragen
Von Klaus Bergmann und Benedikt Zinsmeister
München - Der FC Bayern wartet auf eine Entscheidung im Vertrags-Poker mit Dayot Upamecano (27). Die Nerven auf Vereinsseite scheinen zunehmend strapaziert. Uli Hoeneß (74) bläst zur Attacke auf die Berater des französischen Innenverteidigers.
"Ich weiß, dass er und seine Familie sich in München sehr wohlfühlen. Ich fürchte jedoch, dass seine Berater alles tun werden, um ihn aus München wegzulotsen", sagte der Münchner Ehrenpräsident dem "Kicker".
Der 74-Jährige kritisierte dieses Gebaren scharf. "Über dieses Verhalten bin ich entsetzt", wetterte Hoeneß.
Öffentliche Attacken des Vereinspatrons gegen Spielerberater sind nicht neu. Beispielsweise bezeichnete der ehemalige Bayern-Manager den Berater von David Alaba (33) einst als "geldgierigen Piranha".
Der Vertrag des 27 Jahre alten Upamecano beim Bundesliga-Tabellenführer läuft am Saisonende aus. Ein neuer Kontrakt mit einem hohen Jahresgehalt von angeblich 20 Millionen Euro, einem Handgeld in ebenfalls zweistelliger Millionenhöhe sowie einer von der Spielerseite geforderten Ausstiegsklausel soll Upamecano längst vorliegen.
Medien berichteten von einem Ultimatum zur Annahme bis zum (heutigen) Sonntag!
FC-Bayern-Sportvorstand Eberl zu Upamecano: "Eine Entscheidung muss kommen"
"Ich habe nicht gesagt bis morgen. Das wird geschrieben", sagte dazu Sportvorstand Max Eberl (52) am Samstagabend nach dem 2:2 der Bayern gegen den Hamburger SV in der Bundesliga. "Aber dass irgendwann eine Entscheidung kommen muss, das ist uns allen klar", ergänzte Eberl.
Sportdirektor Christoph Freund (48) hatte am Tag vor dem HSV-Spiel eine Deadline ebenfalls nicht bestätigt. Der Österreicher sprach aber von "einer Entscheidung in naher Zukunft" und sagte: "Das wird so sein."
Hoeneß warb nochmals öffentlich um ein Ja von Upamecano zum deutschen Rekordmeister, der den Abwehrspieler 2021 für über 40 Millionen Euro von RB Leipzig verpflichtet hatte. "Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Dayot Upamecano sich für einen Verbleib beim FC Bayern entscheiden würde."
Der Abwehrhüne ist unter Trainer Vincent Kompany (39) Stammkraft und Leistungsträger im Münchner Team. "Upa war für mich immer ein Führungsspieler. Das wird er jetzt immer mehr", sagte Kompany jüngst über den Innenverteidiger.
Titelfoto: Peter Kneffel/dpa