Frankfurt am Main - Die Schlammschlacht geht in die nächste Runde: Nachdem Teile der DFB-Spitze bereits auf die Kritik von Uli Hoeneß (74) an der Verpflichtung von Jürgen Klopp (59) als Bundestrainer reagiert hatten, meldete sich jetzt auch Hans-Joachim Watzke (67) zu Wort. Der BVB-Präsident empfahl seinem langjährigen Bayern-Konkurrenten den Griff an die eigene Nase.
"Dass man einem Trainer mit der Reputation eines Jürgen Klopp auch einen gewissen Gestaltungsspielraum einräumt, das ist nun mal so", erklärte der 67-Jährige gegenüber RTL/Sky. "Das weiß Uli am allerbesten."
Hoeneß war bei der Ernennung des langjährigen Liverpool-Trainers vor allem die Mitverpflichtung seines Beraters Marc Kosicke (55) gegen den Strich gegangen, der diese Funktion jetzt auch beim DFB ausübt.
Dem Ehrenpräsidenten des deutschen Rekordmeisters sei die ganze Geschichte wie ein "Friendly Takeover" vorgekommen, weshalb er die Vorgänge für falsch halte.
"Ich weiß nicht, was das mit 'Friendly Takeover' zu tun hat", entgegnete Watzke nun. "Die letzten beiden Bundestrainer kamen vom FC Bayern - mit Julian Nagelsmann und Hansi Flick. Da hat auch niemand gesagt, das ist ein Friendly Takeover des FC Bayern."
Hoeneß selbst habe an der Säbener Straße mit den besten Trainern der Welt zusammengearbeitet und da hätten bestimmt auch alle ihre eigenen Ideen gehabt, wen sie im Team haben wollen, so der DFL-Chef weiter. "Vincent Kompany hat auch ein paar Leute mitgebracht. Das hat mit Friendly Takeover nichts zu tun."
Hans-Joachim Watzke hat vollstes Vertrauen in Jürgen Klopp
Von einer erfolgreichen Amtszeit seines früheren Dortmunder Weggefährten und Meistertrainers ist Watzke derweil überzeugt.
"Mein Vertrauen zu ihm ist riesengroß. Lasst ihn einfach machen und dann wird am Ende etwas Gutes dabei rauskommen", forderte der DFB-Vize.
Schon jetzt spüre Watzke außerdem einen Umschwung im Land: "Diese tiefe Depression, die wir alle empfunden haben, nachdem wir früh nach Hause fahren mussten, die ist in Deutschland fast schon zur Euphorie geworden. Die Leute freuen sich wieder."