Technik-Revolution im Tennis: Bald keine lästigen Debatten mehr!

London (England) - Die lästigen "Out"-Diskussionen haben bald ein Ende! Noch entscheidet im Tennis oftmals ein Linienrichter, ob der Ball nun im Aus war oder nicht. Ab 2025 wird dieses Modell endgültig der Vergangenheit angehören.

Auch Alexander Zverev (26, l.) diskutierte schon mit dem Linienrichter, wie hier bei den French Open 2020.
Auch Alexander Zverev (26, l.) diskutierte schon mit dem Linienrichter, wie hier bei den French Open 2020.  © Alessandra Tarantino/AP/dpa

Denn dann vertraut die Association of Tennis Professionals (ATP) im Männerbereich flächendeckend auf die elektronische Alternative und macht die menschliche Fehlerquelle überflüssig.

Wie die Spielerorganisation bereits am Freitag in einem Statement verkündete, wird ab der übernächsten Saison bei allen Turnieren das sogenannte "Electronic Line Calling Live" (ELC Live) zum Einsatz kommen.

"Dies ist ein entscheidender Moment für unseren Sport, den wir nicht ohne sorgfältige Überlegungen erreicht haben", erklärte ATP-Boss Andrea Gaudenzi (49).

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Und er fügte an: "Tradition ist das Herzstück des Tennissports, und die Linienrichter haben im Laufe der Jahre eine wichtige Rolle im Spiel gespielt. Dennoch haben wir die Verantwortung, Innovationen und neue Technologien zu begrüßen."

In den vergangenen Jahren war das ELC-System von den Veranstaltern auf freiwilliger Basis nutzbar und wurde bei mehreren Hartplatz- und Rasenturnieren auch bereits verwendet. Vor allem während der Corona-Pandemie und aufgrund der damit einhergehenden Abstandsregeln etablierte sich die Technologie.

Auf Sandplätzen und bei kleineren Wettkämpfen haben aber weiterhin zumeist Linienrichter das letzte Wort, was nicht selten zu hitzigen Debatten auf dem Court führt.

Das ELC-System liefert eine "beispiellose Datenmenge"

Die "Out"-Dispute werden zumindest im Herrenbereich bald der Vergangenheit angehören.
Die "Out"-Dispute werden zumindest im Herrenbereich bald der Vergangenheit angehören.  © Christophe Ena/AP/dpa

Neben der größeren Genauigkeit liefert das System auch eine "beispiellose Datenmenge", was zur verbesserten Analyse der Spielerleistung sowie zur Entwicklung neuer Statistiken genutzt werden kann.

Die ATP verspricht sich laut der Mitteilung darüber hinaus zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten. Dafür müsste wahrscheinlich aber auch die WTA nachziehen, da zahlreiche Masters und Grand Slams zusammen mit der Frauen-Organisation ausgetragen werden.

Bei den Veranstaltern kleinerer Turniere dürfte die Regel-Revolution - wie der VAR in den unteren Fußballligen - wegen der potenziell steigenden Kosten hingegen eher gemischte Gefühle auslösen.

Titelfoto: Alessandra Tarantino/AP/dpa

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