"Fast wie in einem Gefängnis": Das denkt Tennisprofi Jan-Lennard Struff über die Corona-Blasen

München - Für Tennisprofi Jan-Lennard Struff (31) ist das Leben in den sogenannten Blasen bei den Turnieren eine Last.

Nicht wirklich glücklich: Für Tennisprofi Jan-Lennard Struff (31) ist das Leben in den sogenannten Blasen bei den Turnieren eine Last.
Nicht wirklich glücklich: Für Tennisprofi Jan-Lennard Struff (31) ist das Leben in den sogenannten Blasen bei den Turnieren eine Last.  © Jonas Güttler/dpa

Mentale Tiefs könne man nicht verhindern, sagte die deutsche Nummer zwei dem Münchner Merkur und der tz. "Man fühlt sich jede Woche schon ziemlich eingesperrt, fast wie in einem Gefängnis. Anders kann man es nicht sagen", erklärte der 31 Jahre alte Sauerländer hinsichtlich der Situation.

Beim ATP-Turnier in München in dieser Woche hat der Weltranglisten-44. Struff seine kleine Familie, darunter seinen kleinen Sohn, mitgenommen.

Er sei äußerst froh über jeden einzelnen Tag, den er mit der Familie verbringen dürfe, sagte er. "Hier sind wir gemeinsam in die Blase gegangen. Dadurch dürfen wir gemeinsam eine Stunde am Tag raus. Nicht viel, aber immerhin", schilderte der 31-Jährige.

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Das Leben in Australien hingegen, wo die Profis zu Saisonbeginn nach einer Quarantäne-Zeit frei leben durften, sei dagegen "gigantisch" gewesen. "Reizüberflutung würde ich sagen", meinte Struff: "Man hat gespürt, wie toll das Leben ist."

Beim Münchner Sandplatzturnier trifft Struff am Donnerstag (zweites Spiel nach 11 Uhr) auf seinen Davis-Cup-Kollegen Dominik Koepfer (27).

Davis Cup: Jan-Lennard Struff will Alexander Zverev zur Teilnahme überreden

Und Struff hat noch eine weitere wichtige Mission, welche er sich jedoch selbst auferlegt hat: Den Weltranglistensechsten Alexander Zverev (24) will er in dieser Woche überreden, doch für Deutschland noch am Davis Cup teilzunehmen. Zverev lehnt seine Teilnahme aufgrund des neu eingeführten Formats ohne die gewohnten Heim- und Auswärtsspiele im Davis Cup ab.

Struff dagegen stuft die Ehre, für Deutschland zu spielen, höher ein als die Kritik am neuen Davis-Cup-Modus. Er sei zwar auch nicht der "größte Fan der Reform", sagte er, meinte allerdings im Gegenzug auch: "Für mich ist es einfach einmalig, für Deutschland, mein Land, spielen zu dürfen. Dieses Gefühl überstrahlt alle kritischen Punkte."

Titelfoto: Jonas Güttler/dpa

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