TV-Aufreger um Volleyball-Finale zwischen DSC und Suhl: Darum werden die ersten drei Spiele nicht frei gezeigt
Dresden/Suhl - Wenn am Mittwochabend um 19 Uhr das historische erste mitteldeutsche Finale um die Deutsche Meisterschaft im Frauenvolleyball zwischen dem DSC und dem VfB Suhl startet, schauen Fans ohne Bezahl-Abo sprichwörtlich in die Röhre. Nur, wer für den Stream bei "Dyn Sport" bezahlt, kann die packende Begegnung live sehen. Und das bleibt auch für zwei weitere Partien so.
Heißt im Klartext: Wenn eines der beiden Teams sich in der "Best-of-five"-Serie in drei Spielen durchsetzt, findet dieses Endspiel im Free-TV erstmals seit der Kooperation mit Sport1 nicht statt.
Der Grund ist recht simpel: "Für die aktuelle Finalserie verfügt Sport1 über die Free-TV-Rechte für ein Spiel. Wir haben uns in der Planung bewusst für Spiel vier entschieden. Die weiteren Partien der Serie werden vom Rechteinhaber Dyn übertragen. Ein kostenfreier Stream der übrigen Finalspiele über Sport1 ist daher nicht vorgesehen", teilte Sprecherin Susanne Smoll auf TAG24-Nachfrage mit.
Neu ist das trotzdem. Im vergangenen Jahr wurde Spiel drei in der Finalserie zwischen Schwerin und Dresden im Fernsehen gezeigt. In den Jahren davor war die Quote der gezeigten Begegnungen viel höher, bei den spannenden Fünf-Spiel-Serien 2021 zwischen Stuttgart und dem DSC sowie 2019 zwischen Schwerin und Stuttgart waren es noch alle Partien.
Der Geschäftsführer der Volleyball Bundesliga, Daniel Sattler (50), versteht die Enttäuschung der Fans. "Wir haben grundsätzlich im Paket mit unserer Free-TV-Präsenz auf Sport1 und der Übertragung im Stream bei Dyn einen guten, branchenüblichen Mix. Die Volleyball-Bundesliga der Frauen ist weiterhin ein sehr attraktives und bei den Fans nachgefragtes Produkt. Deshalb kann ich die Enttäuschung verstehen, dass die ersten drei Spiele der Finalserie nicht im Free-TV laufen", erklärte er im Gespräch mit TAG24.
Darum kann auch der MDR das Duell zwischen DSC und Suhl nicht zeigen
"Dabei möchte ich aber betonen, dass Sport1 für uns in den vergangenen fünf Jahren immer ein verlässlicher Partner war und ist. Momentan ist die vertragliche Situation so, dass Sport1 nur die Rechte für ein Spiel der Finalserie besitzt. Am Samstag von Spiel zwei in Dresden hat Sport1 eine Sendeverpflichtung für Darts. Deshalb hat sich der Sender für ein mögliches Spiel vier entschieden. Mittwochs wird grundsätzlich kein Spiel mehr gezeigt", ordnet er die Entscheidung des Senders ein.
Bei einem mitteldeutschen Duell fragen sich viele, warum der MDR nicht übertragen kann, doch auch hier ist die Antwort eine simple. "Momentan hat der MDR keine Live-Rechte für die Volleyball-Finalserie zwischen Dresden und Suhl", teilte eine Sprecherin mit. Es wird aber einen kostenfreien Audio-Stream beim MDR geben.
Es liegt auf der Hand, dass Dyn keine Sublizenzen zur Liga-Crunchtime "verschenkt". Der Vertrag mit dem Streamingdienst läuft für die VBL noch bis 2028.
"Der Vertrag mit Sport1 endet mit Ablauf dieser Saison. Wir haben eine Option, diesen zu verlängern. Mit Dyn besitzen wir zu den Streamingrechten noch einen Kontrakt bis 2028. Mit dieser Zusammenarbeit sind wir sehr zufrieden. Wir befinden uns aktuell in Gesprächen, wie wir die Free-TV- oder frei empfangbare Streaming-Präsenz langfristig aufstellen können. Bei der Nationalmannschaft wurde beispielsweise im vergangenen Sommer eine gute Lösung mit dem Livestream im ZDF gefunden", sagt Daniel Sattler dazu.
Angesichts der Qualität, Spannung und Emotionalität des mitteldeutschen Duells zwischen dem DSC und Suhl ist es schade, dass in den ersten drei Spielen keine Free-TV-Präsenz geboten ist, denn mit Sicherheit werden beide Teams Werbung für ihren Sport machen.
Titelfoto: Bildmontage: Lutz Hentschel, IMAGO / Eibner

