Stuttgart/Dresden - Schon seit Jahren sind die Duelle vom DSC mit Allianz MTV Stuttgart brisant, doch in dieser Saison zündet eine neue Rivalitätsstufe von Seiten der Schwäbinnen, die vor einigen Wochen einen ersten unrühmlichen Akt bereithielt. Im Mittelpunkt stand damals wie heute Stuttgarts Kapitänin Antonia Stautz (32).
Nach der überraschenden 2:3-Niederlage im ersten von drei möglichen Playoff-Halbfinal-Partien am Ostersonntag in Stuttgart ließ sich die Nationalspielerin zu einer Aussage hinreißen, die doch sehr verwundert.
Denn sie machte die Pleite gegen den DSC nach vergebener 2:1-Satzführung und einem verspielten 14:11-Vorsprung im entscheidenden Tiebreak nicht an den eigenen Versäumnissen fest, sondern an Gegner-Trainer Alexander Waibl (58) und den Schiedsrichtern.
In der Stuttgarter Zeitung gab sie zu Protokoll: "[...] Leider meinte der Schiri am Ende, das Spiel entscheiden zu müssen. Waibl bekommt dann immer seinen Willen, wenn er die Schiris anschreit, weil sie Angst vor ihm haben", griff Antonia Stautz nicht nur Waibl, sondern auch gleich die Unparteiischen um den ersten Schiedsrichter Mirco Till (München) und den zweiten Schiedsrichter Joachim Mattner (Lohhof) an.
Streitpunkt waren die sogenannten "zweiten Bälle" von MTV-Zuspielerin Melani Shaffmaster (24), von denen einige geführt waren, aber vom Schiedsgericht nur einer geahndet wurde. Darüber beschwerte sich der DSC-Coach bei den Schiedsrichtern.
"Wir waren nicht zufrieden damit, wie der Schiedsrichter das Führen des Balles interpretiert hat, das war alles", sagte Waibl zu den Aussagen von Stautz, mit denen die Stuttgarter Zeitung ihn konfrontierte. Er fügte an: "Am Ende ist es immer wichtig, bei sich zu bleiben."
Antonia Stautz sorgte schon im Januar in Dresden mit einer unfairen Aktion für Wirbel
Der Angriff auf Alexander Waibl und das Schiedsrichter-Gespann ist schon der zweite unrühmliche Auftritt von Antonia Stautz.
Im Rückspiel gegen den DSC in der Hauptrunde am 24. Januar, das Allianz MTV mit 3:1 in der Margon Arena für sich entschied, hatte die Außenangreiferin im vierten Satz mit einer unfairen Aktion den DSC und Coach Waibl so richtig auf die Palme gebracht.
Beim Stand von 22:19 für ihr Team ging sie an den Aufschlag und stoppte die Bewegung ihres eigentlichen Jump-Float-Aufschlags, indem sie kurz stehen blieb und dann aus dem Stand aufschlug. Das ist nicht regelwidrig, wird aber als extrem unsportliche Aktion in der Volleyballszene bewertet. Denn damit wollte sie ganz augenscheinlich einen "Aufstellungsfehler" beim DSC provozieren. Der würde gepfiffen, wenn sich die Spielerinnen beim gegnerischen Aufschlag zu schnell von ihren Positionen bewegen.
Das Schiedsgericht ging darauf aber nicht ein, der DSC machte den Punkt, auch weil sich Stautz nicht mehr richtig auf den Ballwechsel konzentrierte, ihre Abwehr im Aus landete. Mit den vehementen Protesten beim Schiedsrichter, den Aufstellungsfehler nicht gepfiffen zu haben, entlarvten Stautz und auch Trainer Konstantin Bitter (36), der schon kurz nach dem Aufschlag fragend die Arme ausbreitete und den Pfiff forderte, die unfaire Aktion selbst.
Nun hat die 32-Jährige vor dem Rückspiel, bei dem Stuttgart am Mittwoch in der Margon Arena bei einer erneuten Niederlage ausscheiden könnte, erneut unnötig für Wirbel gesorgt. Einer Nationalspielerin und Kapitänin, die Vorbild auch für die Jüngsten ist und sein will, im Grunde nicht würdig.
Bleibt zu hoffen, dass am Mittwoch eine faire Begegnung über die Bühne geht, ganz ohne Nebengeräusche, alles andere würde diesem seit Jahren zwar hitzigem, aber nie unsauberem Duell nicht gerecht werden.