DSV-Star prangert fehlende Unterstützung an: "Erschütternd, wie wenige das waren"
Östersund (Schweden) - Die neue Biathlon-Saison steht in den Startlöchern, und nach ihrem vorzeitigen Saison-Aus im vergangenen Winter ist auch Vanessa Voigt (28) endlich wieder mit von der Partie. Doch bevor sie das erste Mal seit Januar wieder an der Startlinie steht, erinnert sie sich noch einmal an die schwere Zeit, die sie im vergangenen Frühjahr durchmachte.
Nach einer Lungenentzündung streikte Voigts Körper, weshalb sie noch vor der WM in der Lenzerheide die Reißleine ziehen musste.
Dabei erhielt die 28-Jährige allerdings nicht den Beistand, den sie sich erhofft hatte.
Sie sei aufgrund von Hassnachrichten, die sie ihre ganze Karriere über erhalte und über die sie bereits öfter gesprochen hatte, schon einiges gewohnt, erzählte Voigt bei Eurosport: "Es war dennoch schockierend zu sehen, wie viele Leute hinter, neben oder vor einem stehen, wenn man sagt, dass man die Saison abbricht."
Konkret bedeutete das: "Ich kann die Personen, die mich unterstützt haben, an einer Hand abzählen. Es war erschütternd, wie wenige das waren."
Dennoch fokussierte sich Voigt angesichts der schwierigen Situation auf das Positive. "Ich weiß die wenigen Menschen, die mich unterstützt haben, wirklich zu schätzen. Sie haben einen großen Anteil daran, dass es mir jetzt wieder gut geht. Ich bin dankbar, dass sie auch in so einer Situation hinter mir standen", betonte die Olympia-Medaillengewinnerin von 2022.
Biathlon: Vanessa Voigt setzt sich keine konkreten sportlichen Ziele
Jetzt ist Voigt wieder da und eröffnet die Saison als Startläuferin für die deutsche Frauenstaffel, konkrete sportliche Ziele hat sich die Thüringerin mit Rücksicht auf die Vergangenheit aber nicht gesetzt.
Sie wolle mit einem Lächeln im Gesicht am Start stehen und Schritt für Schritt ihre Rennen abarbeiten, machte die 28-Jährige klar: "Ich möchte versuchen, jeden Tag aufs Neue das Beste aus mir herauszuholen. Am Ende steht dann schwarz auf weiß, was ich geleistet habe. Mit dem Gesamtpaket möchte ich zufrieden sein - das ist mein Ziel."
Nichtsdestotrotz sei die Motivation sehr groß, bei den Olympischen Spielen eine Einzelmedaille zu holen - 2022 schrammte die zweifache WM-Medaillengewinnerin noch haarscharf mit 1,3 Sekunden an Bronze im Einzel vorbei.
Titelfoto: Sven Hoppe/dpa
