Biathlon-Zoff: Verband entzieht Top-Athletin nach Kritik das Startrecht für den Weltcup

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Frankreich - Vor wenigen Tagen hatte Frankreichs Top-Biathletin Justine Braisaz-Bouchet (29) in einem Interview zum Rundumschlag gegen den Verband ausgeholt. Auch, wenn Sportchef Stéphane Bouthiaux (60) in einem ersten Statement vollstes Verständnis äußerte und große Unterstützung zusicherte, wird nun klar, dass der Zoff weiter schwelen wird.

Justine Braisaz-Bouchet (29) wird das Startrecht für die ersten beiden Weltcups entzogen, das ihr angesichts ihrer Ergebnisse aus der Vorsaison eigentlich zusteht.
Justine Braisaz-Bouchet (29) wird das Startrecht für die ersten beiden Weltcups entzogen, das ihr angesichts ihrer Ergebnisse aus der Vorsaison eigentlich zusteht.  © FRANCK FIFE / AFP

Denn obwohl die Ausnahmeathletin aufgrund ihrer Ergebnisse von der Vorsaison für die ersten beiden Weltcups gesetzt sein müsste, entzieht die sportliche Leitung ihr dieses Vertrauen und will Leistungen sehen, bevor sie für das Team in der neuen Saison an den Start gehen kann.

"Wie haben sie gebeten, beim Start der Sommertour im September in La Féclaz und im Oktober in Arçon dabei zu sein sowie bei den Rennen in Bessans", sagte der Sportliche Leiter der Franzosen dem "Nordic Magazine".

Heißt im Klartext, dass Justine Braisaz-Bouchet Leistungsnachweise erbringen muss, die sonst nur für Athletinnen anstehen, die sich noch ins Team laufen wollen. Hintergrund ist, dass sich die 29-Jährige in diesem Sommer nur mit ihrem Ehemann als Trainer, unabhängig vom Verband, vorbereitet.

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Diese Entscheidung hatte sie auch getroffen, nachdem sie mit dem Umgang des Verbandes mit den Ereignissen rund um den Kreditkarten-Skandal, in dem sie die Geschädigte war, unzufrieden war.

Teamkollegin Julia Simon (29) hatte ihre Kreditkarte geklaut, war damit nicht nur auf Shoppingtour gegangen, sondern hatte sie und alle anderen belogen, sie hätte diese Tat nicht begangen.

Französischer Biathlon-Verband kennt keine Gnade für Justine Braisaz-Bouchet

Stéphane Bouthiaux (60, r.) machte klar, dass die Französin Leistungsnachweise erbringen muss, um ins Team zu rutschen.
Stéphane Bouthiaux (60, r.) machte klar, dass die Französin Leistungsnachweise erbringen muss, um ins Team zu rutschen.  © IMAGO / MAXPPP

Beide liefen dennoch weiter im französischen Team, auch nachdem Simon in einer Verhandlung im Oktober alles gestanden hatte und verurteilt worden war. Braisaz-Bouchet hatte sich eine andere Reaktion vom Verband gewünscht, als Simon nach vier Wochen wieder starten zu lassen.

Nun wird Justine Braisaz-Bouchet aber auch noch zur sportlich Geschädigten, obwohl der Verband ihre Entscheidung, sich unabhängig vorzubereiten, unterstützte. "Da sie nicht die gesamte Vorbereitungszeit bei uns verbringen wird, werden wir ihre sportliche Leistung genau beobachten", sagte Stéphane Bouthiaux und fügte an: "Sie muss beweisen, dass sie fit genug ist, um am Weltcup teilzunehmen."

Zudem machte der 60-Jährige klar, dass für sie kein Bonus gelte. "Wenn die junge Generation sie komplett abhängt, werden wir die notwendige Entscheidung treffen", sagte er, fügte aber beschwichtigend an: "Das ist nicht das, was wir wollen."

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Die kommenden Wochen und Monate dürften spannend bleiben und werden, das letzte Wort zwischen Braisaz-Bouchet und dem Verband ist mit Sicherheit noch nicht gesprochen.

Titelfoto: Bildmontage: FRANCK FIFE / AFP, IMAGO / MAXPPP

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