Deutscher Biathlon-Star teilt mit Tränen-Post gegen Kritiker aus: "Sehr verletzend"

Garmisch-Partenkirchen - Sie ist eines der hoffnungsvollsten Talente im deutschen Biathlon, hat mit 21 Jahren schon jede Menge erreicht, doch in der abgelaufenen Saison lief für Selina Grotian nicht alles so, wie sie es sich vorgestellt hatte.

Deutschlands Biathlon-Star Selina Grotian (21) hat auf Instagram gegen ihre Kritiker ausgeteilt.  © Hendrik Schmidt/dpa

Nach dem Weltcup-Finale im norwegischen Oslo meldete sich der DSV-Star auf ihrem Instagram-Profil zu Wort und packte nicht nur über die zahlreichen Herausforderungen in den letzten Monate aus, sondern knöpfte sich auch ihre Kritiker vor.

"Das Jahr war tatsächlich von viel Zweifeln geprägt und es sind auch ein paar Tränen geflossen", startet sie ihr Statement. Denn der Auftakt in die Saison der Olympischen Winterspiele verlief für Selina Grotian alles andere als optimal. Bei aufsteigender Form in Richtung Winter handelte sie sich beim Weltcup-Auftakt in Östersund eine Corona-Infektion ein und musste abreisen.

"Die Angst wieder zu früh anzufangen war sehr groß und wenn man in der Saison Wochen an Training verliert und die Wettkampfhärte fehlt, ist es richtig schwer, wieder in den Flow zu kommen", gesteht die 21-Jährige.

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Dennoch gelang es ihr, sich ihren "Kindheitstraum" zu erfüllen und sich für die Spiele in Mailand und Cortina zu qualifizieren. "Doch auch da konnte ich nicht die erwünschte Leistung abrufen", zeigt sich die Garmisch-Partenkirchenerin enttäuscht.

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Biathlon: Selina Grotian teilt gegen ihre Kritiker aus

Die Saison verlief für die Garmisch-Partenkirchenerin nicht immer wie erhofft.  © Hendrik Schmidt/dpa

Trotz guter Trainingsleistungen am Schießstand wollten die Scheiben bei den Olympischen Spielen nicht so fallen, wie gewünscht. "Auch auf der Loipe hat mir dieses Jahr der Punch gefehlt und die Höhenluft hat mir und meinem Körper etwas mehr zu schaffen gemacht als die letzten Jahre. Die Enttäuschung nach meinen Rennen bei Olympia war sehr groß", macht Selina Grotian klar.

Die Plätze 55, 52 und 41 im Einzel, dem Sprint und der Verfolgung beim Höhepunkt, der nur alle vier Jahre stattfindet, hinterließen Spuren.

Doch nicht nur die Enttäuschung über die eigene Leistung war bei der 21-Jährigen groß, sondern vor allem die Darstellung ihres Könnens. "Eine Sache, die mich auch ein Stück weit belastet hat (obwohl ich auch weiß, dass sehr viele hinter mir stehen und meine Leistung anerkennen) ist, dass meine Leistung doch schlechter dargestellt wurde, wie sie tatsächlich war. Ich bin immerhin immer noch 21(!) und ich denke, ich kann von mir behaupten, schon viel erreicht zu haben", teilt Grotian gegen ihre Kritiker aus.

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Sie macht klar: "Eins kann ich sagen, dass ich von mir am meisten enttäuscht bin, wenn es nicht läuft und es mich auffrisst. Und dann auch noch abwertende Kommentare zu lesen, ist sehr verletzend."

In der kommenden Saison will Grotian neu angreifen, beim DSV wird sich nach mehreren Personalbeben viel ändern. Hoffentlich für die junge Athletin alles zum Guten.

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