Oslo (Norwegen) - Die Rücktrittswelle im Biathlon geht munter weiter! Nach dem Weltcup-Finale am Mittwoch auf dem Holmenkollen in Norwegen gab Weltmeisterin Lisa Hauser (32) überraschend ihr Karriereende bekannt.
Die Entscheidung sei in den vergangenen Monaten gereift und der erfolgreichsten österreichischen Biathletin äußerst schwergefallen, wie sie im Interview mit dem ORF erklärte.
"Ich habe sehr lange Leistungssport gemacht. Jetzt ist es Zeit, das Kapitel zu beenden", sagte die Einzelweltcupsiegerin und Massenstart-Weltmeisterin von 2021. "Es haben sich die Prioritäten im Leben verschoben, das Private wird wichtiger."
Hauser habe inzwischen nicht mehr die Energie, die nötig sei, um ganz vorn mitzulaufen, erläuterte sie weiter. Der kraftraubende Sport koste die Tirolerin außerdem reichlich Schlaf und fordere mental und körperlich einen immer größeren Tribut.
"Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dem Körper Ruhe zu gönnen", so die 32-Jährige. "Ich würde alles genau so wieder machen."
In ihrer Heimat gehört Hauser zu den Vorreiterinnen im Frauen-Biathlon, um sie herum konnte der ÖSV eine inzwischen starke Mannschaft entwickeln.
Ihr Weltcup-Debüt feierte die Sportlerin des SC Kitzbühel nach ihren Anfängen im Langlauf bereits 2012 vor heimischem Publikum mit der Staffel in Hochfilzen. Im Laufe ihrer Karriere sammelte sie sechs Weltcup-Siege und vier WM-Medaillen.
Lisa Hauser hat einen Weltcupsieg in jeder Disziplin auf dem Konto
In diesem Winter fuhr Hauser Anfang Dezember 2025 im schwedischen Östersund sogar zum Triumph in der Verfolgung, wodurch sie nun einen WC-Erfolg in jeder Disziplin zu Buche stehen hat.
"Da ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen, die Jahre davor waren nicht leicht, umso schöner war der Verfolger-Sieg, an dem ich oft knapp dran war", freute sich Hauser jetzt rückblickend nochmal.
Mit ihrer Leistung stieg die Österreicherin in einen erlesenen Kreis auf, denn nur wenige Athletinnen konnten die Disziplinen-Sammlung bislang komplettieren. Auf der anderen Seite sei dies jedoch ein entscheidender Stoß in Richtung Rücktritt gewesen, da sich Hauser jetzt am Ende ihrer Ziele sehe.
"Die letzten Wochen waren eine Gefühlsachterbahn. Man denkt an die schönen, lustigen Momente zurück. Wir haben unseren Traum gelebt. In der Weltspitze mitzumischen, das ist nicht jeder Athletin vergönnt", schwärmte sie von ihrer bewegten Laufbahn.