Hälfte der Athleten nicht getestet! Biathlon-Star erhebt schwere Doping-Vorwürfe
Östersund (Schweden) - Es sind schwere Vorwürfe, die Biathlon-Star Sebastian Samuelsson (28) kurz vor den Olympischen Spielen erhebt. Doch der Schwede ist sich sicher, dass er sich Woche für Woche mit Doping-Sündern misst.
"Ich war schon immer davon überzeugt, dass ich gegen gedopte Athleten antrete", sagte der Staffel-Olympiasieger von 2018 beim schwedischen SVT.
In seinen Überzeugungen bestätigt wurde er von einer anonymen Umfrage unter nordischen Wintersportlern aller olympischen Sportarten, die von den Rundfunkanstalten SVT, NRK (Norwegen), Yle (Finnland) und DR (Dänemark) zusammen durchgeführt wurde. Demnach wurden rund die Hälfte aller Athleten außerhalb von Wettkämpfen innerhalb eines Jahres kein einziges Mal getestet!
Zudem gaben etwas mehr als ein Drittel der Befragten an, auch während Wettbewerben im Zeitraum vom 1. September 2024 bis zum 1. September 2025 nicht getestet worden zu sein, bei weiteren 17,5 Prozent war es ein einziges Mal.
"Das ist schlecht, und man sollte mehr testen. Gleichzeitig ist dies ein Trend, der seit einigen Jahren anhält, und ich habe gefragt, warum das so ist", sagte Samuelsson.
Die Antwort sei stets dieselbe gewesen: "Dass Tests sehr teuer sind und fast alle Proben negativ ausfallen", erzählte der aktuell Dritte der Weltcup-Gesamtwertung: "Und dann kann man sich fragen: Sind viele Dopingtests wirklich ein effektives Mittel, um Betrüger zu überführen?"
Biathlon: Sebastian Samuelsson positioniert sich klar gegen Doping
Statt nur auf Tests zu setzen, sollten die Anti-Doping-Agenturen seiner Meinung nach auch andere Wege zur Überführung von Dopingsündern einschlagen, näher ging der elfmalige WM-Medaillengewinner aber nicht auf diese Strategien ein.
Samuelsson, der als Vorsitzender des Athletenkomitees großen Einfluss im Biathlon-Weltcup hat, positioniert sich nicht zum ersten Mal strikt gegen Doping.
So etwa bei der WM 2024: Dort hatte der Lette Andrejs Rastorgujevs (37), der zuvor ein Jahr wegen drei verpassten Doping-Tests gesperrt worden war, Silber im Massenstart gewonnen.
"Ich werde ihm nicht gratulieren", betonte Samuelsson damals: "Ich gehöre zu denjenigen, die der Meinung sind, dass es härtere Dopingstrafen geben sollte, aber jetzt sind die Regeln so, wie sie sind, und hoffentlich ist er sauber oder ich kann davon ausgehen."
Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

