Nach 14 Jahren im Weltcup: Deutscher Biathlon-Star hört auf
Reit im Winkl - Der nächste DSV-Star hängt Ski und Gewehr an den Nagel: Johannes Kühn (34) verkündete am Freitag sein Karriereende! Nach 24 Jahren Biathlon, davon 14 im Weltcup-Zirkus, ist für den Athleten des WSV Reit im Winkl Schluss.
"Normalerweise geht heute das Training für den nächsten Winter los. Dieses Jahr ohne mich", erklärte der 34-Jährige am 1. Mai auf seiner Instagram-Seite. Nach all den Jahren sei es Zeit, die "aktive Karriere" zu beenden.
Nach einer erfolgreichen Jugend-Laufbahn (unter anderem vier WM-Goldmedaillen), feierte er sein Debüt im IBU-Cup im November 2011 - knapp ein Jahr später konnte Kühn dann das erste Mal in der ersten Biathlon-Riege beweisen.
"Ich durfte zu einigen Weltmeisterschaften, zu zwei Olympischen Spielen und über 200 mal im Weltcup starten. Als Kind hätte man von so etwas geträumt!", erinnerte sich der Zollhauptwachmeister.
Dabei dauerte es mehrere Jahre, bis sich Kühn im Weltcup-Team etablierte. Im Frühjahr 2017 wurde er vom DSV schließlich in die Lehrgangsgruppe 1a aufgenommen - zusammen mit den deutschen Topstars Benedikt Doll (36), Erik Lesser (37), Simon Schempp (37) und Arnd Peiffer (39). Danach zählte über Jahre zu den stärksten Läufern aller Biathleten - und war dauerhaft im Weltcup zu Hause.
Johannes Kühn verkündet sein Rücktritt auf Instagram
DSV-Star beweist Humor: "Habe ich viele gute Ergebnisse verschossen, bestimmt"
Mit dem ganz großen Erfolg klappte es dennoch nur selten, wie er augenzwinkernd auf Instagram zugab: "Ob ich immer zufrieden war, natürlich nicht.
Habe ich viele gute Ergebnisse verschossen, bestimmt. Das ist Biathlon. 😉"
Zu Kühns wichtigsten sportlichen Erfolgen zählen WM-Bronze 2025 mit der Herren-Staffel in der Lenzerheide, ein Einzel-Weltcupsieg im Dezember 2021 in Hochfilzen sowie 19 weitere Top-3-Platzierungen. Im Winter 21/22 wurde er Elfter im Gesamtweltcup. Zuletzt spielte er keine große Rolle mehr im Weltcup und war auch nicht für die Olympischen Winterspiele 2026 qualifiziert.
Zum Ende seiner Karriere zeigte der Bayer sich "stolz und dankbar, es so weit gebracht zu haben und so viele Jahre auf internationaler Ebene dabei gewesen zu sein." Er dankte all seinen Wegbegleitern und Unterstützern, besonders seiner Frau, "die mich immer bedingungslos unterstützt hat und mir zu Hause den Rücken freigehalten hat!"
Auch der Deutsche Skiverband verabschiedete Johannes Kühn am Freitag in den sozialen Medien: "Danke für unzählige gemeinsame Momente", hieß es unter anderem auf Facebook.
Zuvor hatten bereits einige andere bekannte Biathleten ihren Rücktritt nach der Saison 25/26 angekündigt. So auch DSV-Star Franziska Preuß (32), die ihre Karriere nach dem Olympia-Massenstart in Antholz beendete.
Titelfoto: dpa | Martin Schutt
