Neues Leben für Franziska Preuß - Was der deutsche Biathlon-Star überhaupt nicht vermisst

Ruhpolding - Sie genießt ihren Biathlon-Ruhestand! Während sich ihre Teamkollegen auf die letzten drei Weltcups der Saison vorbereiten, kann Franziska Preuß (31) schon die Seele baumeln lassen. Nach den Olympischen Spielen, bei denen sie ihre Karriere beendet hat, hat sie plötzlich ungewohnte Freiheiten.

Franziska Preuß (31) könnte über ihr Karriereende kaum glücklicher sein.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Die letzten Tage waren sehr schön", strahlte Preuß rund eine Woche nach ihrem letzten Wettbewerb beim Blickpunkt Sport.

Sie sei jeden Tag Langlaufen gewesen, was ohne den Druck des Leistungssports ein völlig anderes Erlebnis sei: "Bei Sonnenschein, ohne Uhr. Man konnte stehen bleiben, man konnte einkehren. Das ist schon etwas Neues und das genieße ich gerade sehr", erklärte die 31-Jährige.

Generell hat sie plötzlich ganz andere Freiheiten als während der Karriere. Ganz oben auf der Liste an Dingen, die Preuß überhaupt nicht vermissen wird, steht "unser Meldesystem vom Antidoping. Das war die schönste E-Mail, sich jetzt da abzumelden, dass man nicht mehr jede Nacht angeben muss, wo man schläft", betonte die Gesamtweltcup-Siegerin der Vorsaison: "Das ist eine neue Freiheit."

Biathlon Preuß und Wierer treten Rücktritts-Welle los: Nächster Biathlon-Star beendet Karriere!

Auch der Druck, jeden Tag in Form zu sein, werde ihr überhaupt nicht fehlen. "Man darf jetzt auch mal schlechte Tage haben und es ist okay", sagte Preuß lachend, und auch bei Regen zu trainieren habe ihr nicht gerade Spaß gemacht.

Insgesamt habe die Liste mit Dingen, die sie vermissen werde, drei Sachen umfasst - was sie nicht vermissen werde, machte hingegen 15 Punkte aus.

Anzeige

Franziska Preuß wird internationale Freundschaften vermissen

Gemeinsam mit der Italienerin Dorothea Wierer (35, r.) verabschiedete sich Preuß von der großen Biathlon-Bühne.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Wenn man schwierige Herausforderungen hat im Sport, wenn man die meistert, das ist wirklich ein schönes Gefühl", rief sich Preuß aber auch die schönen Momente des Profi-Daseins ins Gedächtnis. Die internationalen Freundschaften, die sie geschlossen habe, seien auf jeden Fall etwas ganz Besonderes, und auch teamintern werde sie die engen Beziehungen vermissen.

Trotzdem seien sowohl sie als auch ihre Familie froh, dass Weihnachten nun wieder drinnen gefeiert werden kann, schmunzelte die zweifache Weltmeisterin.

Aus Sorge vor Krankheiten, die sie in ihrer Laufbahn so häufig aus der Bahn warfen, hatte Familie Preuß Weihnachten teils draußen im Garten verbracht, mit Lebensgefährte Simon Schempp (37) lebte sie zeitweise "wie im Kloster", wie die beiden schon nach der vergangenen Saison verrieten - der Ex-Biathlet wurde teils ins Gästezimmer mit eigenem Bad ausquartiert.

Mehr zum Thema Biathlon: