Bob-Weltmeisterin rechnet unter Tränen mit Verband ab: "Dann wäre ich heute gelähmt"
USA - Schwere Vorwürfe und eine Abrechnung unter Tränen, die es in sich hat! US-amerikanische Leichtathletin und Bobsportlerin Lolo Jones offenbarte an ihrem 44. Geburtstag in einem herzzerreißenden Instagram-Post, dass das unterstellte Vorgehen des Olympischen und Paralympischen Komitees der USA (USOPC) sowie des nationalen Bob-Verbands (USA Bobsled) sie beinahe in den Selbstmord getrieben hätte.
"Heute ist mein Geburtstag. Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich einfach feiere, noch am Leben zu sein", schrieb die Sportlerin zu mehreren Clips und Bildern. Ein Video zeigt sie dabei in Tränen aufgelöst.
"Nachdem ich mich verletzt hatte, wurde mir eine angemessene medizinische Versorgung verweigert und ich wurde trotz meiner überragenden Ergebnisse aus dem Team ausgeschlossen. Was dann folgte, wurde zum dunkelsten Jahr meines Lebens", fügte die Amerikanerin an.
Sie verwies zudem auf einen Artikel des Bob-Magazins "Zielhaus". Darin wird skizziert, dass sich Jones kurz vor den Bob-Weltmeisterschaften 2025 in Lake Placid schwer am Rücken verletzt hat.
Die Athletin litt demnach unter Schmerzen, Taubheitsgefühlen und schließlich sogar unter Inkontinenz, doch von den Verantwortlichen sei sie daraufhin im Stich gelassen worden.
Sie habe weder ein MRT noch eine Röntgenuntersuchung, ja noch nicht einmal eine Massage bewilligt bekommen. Trotzdem fuhr sie weiter. "Wäre meine Pilotin gegen eine Wand gefahren, dann wäre ich heute gelähmt", schrieb sie bereits nach Veröffentlichung des Berichts auf X.
Lolo Jones hatte einen Bandscheibenvorfall und Risse an Lendenwirbeln
"Monatelang habe ich still mit Selbstmordgedanken gekämpft. Irgendwann hatte ein Teamkollege solche Angst um meine Sicherheit, dass er die Polizei rief, nur um sicherzugehen, dass ich noch am Leben war", verriet die zweifache Bob-Weltmeisterin nun.
"Wenn mich also an meinem Geburtstag jemand fragt, ob ich glücklich bin, lautet meine Antwort: Ich bin einfach dankbar, dass das, was mir USA Bobsled angetan hat, mich nicht genug gebrochen hat, um mich von dieser Welt verschwinden zu lassen", so die ungeschönten Worte der früheren Olympia-Hürdenläuferin.
Erst nach der WM kam heraus, dass sich Jones einen Bandscheibenvorfall, eine Bandscheibenvorwölbung sowie Risse an drei Lendenwirbeln zugezogen hatte. Außerdem trat Rückenmarksflüssigkeit aus.
Vom Team sei sie allerdings ohne guten Grund ausgeschlossen worden, seitdem habe sie für die Behandlung und weiteres Training umgerechnet fast 90.000 Euro aus eigener Tasche bezahlt.
"Nach allem, was ich durchgemacht habe, habe ich das Gefühl, dass ich Vergeltungsmaßnahmen ausgesetzt war, weil ich im Grunde genommen die mangelnde medizinische Versorgung, die mir verweigert wurde, öffentlich angeprangert habe", erklärte die 44-Jährige. "Endlich kommt die Wahrheit ans Licht", fügte sie bei X an.
Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.
Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/Instagram/lolojones, FRAZER HARRISON / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP, MADDIE MEYER / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

