Altenberg - In seiner allerletzten Weltcup-Trainingsfahrt zeigte Johannes Lochner (32), dass er längst auch im Vierer den Eiskanal im Kohlgrund im Griff hat. Mit 54,08 Sekunden fuhr der Berchtesgadener eine Top-Zeit.
Bei seiner Abschiedsvorstellung wird er am Sonnabend (Zweier/ab 14 Uhr) und am Sonntag (Vierer/ab 14.45 Uhr) wohl Lokalmatador Francesco Friedrich (35) die Show stehlen und siegen. Doch mit Blick auf die Rennen bei den Olympischen Spielen in Cortina hat die Generalprobe gar keine Bedeutung ...
"Hier ist so ein Pflaster, wenn du viele Fahrten hast, ist es die geilste Bahn", so Lochner. "Wenn du im Training fast eine 53 fährst, steigst du aus und musst grinsen."
Und sein Lächeln wird am Wochenende breit sein. Fest steht, dass der 33-Jährige mit den Kristallkugeln für die Weltcup-Gesamtsiege im Zweier, Vierer und in der Kombi-Wertung heim reist.
Francesco Friedrich ordnet alles Olympia unter, Johannes Lochner holt drei Kristallkugeln
"Das ist völlig in Ordnung. Hansi ist dieses Jahr besser", meinte Dauerrivale Friedrich. Dies hat seinen Grund: Der Rekordweltmeister ordnete alles dem Ziel Olympia-Gold Nummer fünf und sechs unter. Friedrich hat deshalb viel in jedem Rennen, in jedem Training am Material getestet.
"Wenn man vorankommen will, muss man auch das Risiko eingehen", so der 35-Jährige. Die Quittung: "Franz" verbuchte nur einen Zweier-Sieg und einen Vierer-Sieg in diesem Winter. Kassierte somit Rückschläge.
Mit Blick auf Olympia ahnt Lochner: "Am Ende wird die Startleistung entscheiden. Wir beide können Bobfahren, haben das gleiche Material."
Friedrich verrät, weshalb er so viel testet: "Cortina ist eine ganz andere Nummer. Die Bahn wird ein ganzes Stück anders sein, als im November. Ich vermute, dass die Bahn viel glatter, viel runder, zum Teil einfacher, zum Teil schwerer stehen." Deshalb gilt es, dafür gerüstet zu sein.