Drama im deutschen Eishockey: Spieler blockt Schuss, anschließend kämpft er um sein Leben!

Selb - Schlimme Szenen am Sonntagabend in der NETZSCH-Arena in Selb! Beim Spiel zwischen den Selber Wölfen und den Ravensburg Towerstars in der DEL2 brach Verteidiger Max Gimmel (21) zusammen und kämpfte um sein Leben!

Die Selber Wölfe spielen mit den Dresdner Eislöwen in einer Liga. Vor wenigen Wochen verteidigte Max Gimmel (21, l.) im Spiel gegen die Dresdner Eislöwen.
Die Selber Wölfe spielen mit den Dresdner Eislöwen in einer Liga. Vor wenigen Wochen verteidigte Max Gimmel (21, l.) im Spiel gegen die Dresdner Eislöwen.  © Lutz Hentschel

Diese Minuten des Bangens werden alle Beteiligten wohl ihr Leben lang nicht vergessen.

Kurz nach Beginn des dritten Drittels blockte Gimmel beim Spielstand von 0:7 den Schuss eines Ravensburgers. Auf dem Weg zur Spielerbank brach der 21-Jährige zusammen und verlor später sein Bewusstsein.

Der Verteidiger soll Augenzeugen zufolge sogar erhebliche Mengen an Blut gespuckt haben.

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Sofort wurden die Sanitäter und Rettungskräfte panisch aufs Eis gewunken und es begannen bange Momente, in denen Gimmel, die Sanitäter und später die Notärzte im Krankenwagen minutenlang um das Leben des jungen Wölfe-Verteidigers kämpften.

Am Montagmittag dann die erleichternde Nachricht aus Selb - Max Gimmel ist stabil, ansprechbar und das Wichtigste: außer Lebensgefahr.

DEL2-Regularien verbieten Spielabbruch - Mannschaften und Schiedsrichter mit großer Fairplay-Geste!

Max Gimmel ist nach seiner Horrorverletzung außer Lebensgefahr. TAG24 wünscht gute Besserung und eine schnelle Genesung!
Max Gimmel ist nach seiner Horrorverletzung außer Lebensgefahr. TAG24 wünscht gute Besserung und eine schnelle Genesung!  © IMAGO / Beautiful Sports

Aufgrund der Regularien der DEL2 darf ein Spiel trotz einer schweren Verletzung eines Spielers nicht abgebrochen werden. Folglich musste die Partie in Selb fortgesetzt werden, allerdings auf ganz besondere Art und Weise.

Auf Vorschlag der Schiedsrichter Bastian Haupt, Jens Steinecke, Alexander Pletzer und Jan Lamberger verständigten sich beide Mannschaften, den Puck trotz laufender Spielzeit ruhen zu lassen und stattdessen aufs Knie zu gehen. Viele Fans deuten diesen "Kniefall" als Protest gegen die Regeln der DEL2, dass ein solches Spiel nicht abgebrochen werden darf.

Unter Beifall der Zuschauer verstrichen die übrigen knapp 18 Minuten Spielzeit, in denen sogar Gästemannschaft und Schiedsrichter vom heimischen Publikum gefeiert wurden.

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Großes Lob an dieser Stelle auch an das übertragende SpradeTV-Team, die unverzüglich die Kamera wegdrehten, keinerlei Bilder des Verletzten zeigten und die Situation mit einer Ruhe und Klarheit für den Zuschauer zu Ende kommentierten.

Titelfoto: IMAGO / Beautiful Sports

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