Bitter! Sonderzug der Kölner Haie muss umdrehen, danach zerlegt das Team die Eislöwen komplett

Dresden - Nach dem Wunder von Mannheim sollte für die Dresdner Eislöwen auch die Sensation gegen die Kölner Haie gelingen, doch daraus wurde am Sonntag nichts, im Gegenteil! Der Tabellenführer zeigte sich extrem bissig und zerlegte den Letzten mit 8:1 (4:0, 2:1, 2:0). Dabei schenkten die Rheinländer ihren Fans den Sieg, denn die Mehrzahl von ihnen erlebte einen ganz bitteren Tag, den sie so schnell nicht vergessen werden.

Mit einer Strafzeit für Tomas Andres (vorn) ging das Unheil der Dresdner im ersten Drittel los, als die Löwen nach nur drei Minuten das 0:1 in Unterzahl kassierten.  © Matthias Rietschel

Es hätte ein riesiges Fest in der JOYNEXT Arena werden sollen mit 1000 angekündigten Anhängern der Haie, doch 800 von ihnen kamen nicht in Sachsen an. Denn der Sonderzug, der um 5.32 Uhr in Köln-Dellbrück losgefahren war, wurde um 18 Uhr in Magdeburg wieder nach Hause geschickt.

Auf dem Weg nach Dresden ereignete sich in Niedersachsen ein Suizid auf den Schienen, bei dem ein vor dem Sonderzug fahrender Regionalexpress involviert war, die Strecke war dann zwei Stunden gesperrt.

Hinzu kamen Weichen- und Signalstörungen, mit einer geplanten Ankunftszeit von 19 Uhr in Dresden machte die Weiterfahrt keinen Sinn mehr, so fiel 16 Uhr die Entscheidung, in Magdeburg umzudrehen. Die Dresdner Eislöwen, die eine Verlegung auf 18 Uhr bei der DEL angefragt hatten, die Liga aber nur eine Viertelstunde (16.45 Uhr) rausrückte, reagierten sofort und spendierten Freibier für die Rückfahrt ab Magdeburg - ein kleines Trostpflaster für diesen gebrauchten Sonntag.

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200 Fans des Tabellenführers hatten Glück, waren individuell angereist und hatten wie die restlichen Anhänger auf der Rückfahrt in die Domstadt genug zu feiern.

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Torhüter Paul Stocker kommt zu seinem DEL-Debüt

Die Kölner Fans, die es in die Arena geschafft hatten, konnten am Ende jubeln.  © Matthias Rietschel

Denn nicht umsonst hatte der Tabellenführer vor dem Match 55 Punkte mehr auf dem Konto als der Letzte.

Die Haie zeigten sich enorm bissig und eiskalt in ihrer Chancenverwertung. So war die Messe nach dem ersten Drittel schon gelesen, als die Kölner bereits mit 4:0 in Front lagen.

Zwei Überzahltore zum 0:1 und 0:3 durch Oliwer Kaski (3. Minute) und Maximilian Kammerer (11.), ein Traumtor aus spitzem Winkel zum 0:2 durch Dominik Bokk (6.) sowie das 0:4 in Kölner Unterzahl durch Juhani Tyrväinen (19.) sorgten für die satte Führung.

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Bei den Löwen blieb Torhüter Jussi Olkinuora ab dem zweiten Spielabschnitt auf der Bank, so kam Paul Stocker zu seinem DEL-Debüt, da Janick Schwendener krankheitsbedingt nicht im Kader stand.

"Wir haben unnötige Strafen bekommen, das müssen wir eliminieren. Wir haben ein bisschen gepennt am Anfang. Wir müssen jetzt aufwachen und die letzten zwei Drittel ordentlich spielen", erklärte Connor Korte in der Pause.

Neuer Sportboss der Dresdner Eislöwen, Jens Baxmann, sieht Debakel

Der neue Sportboss der Eislöwen, Jens Baxmann (40), sah das Debakel seines neuen Teams.  © Matthias Rietschel

Doch erst mal machten die Haie dort weiter, wo sie aufgehört hatten und Stocker musste das erste Mal hinter sich greifen, als Ryan Macinnis auf 5:0 (25.) erhöhte.

Wenigstens einmal konnten die Eislöwen-Fans dann jubeln, als Drew Leblanc mit einem ansehnlichen Schuss das 1:5 (28.) markierte. Doch es dauerte nicht lange, da erhöhte Bokk mit seinem zweiten Treffer auf 6:1 (34.) für die Haie.

Der neue Sportboss der Löwen, Jens Baxman (40), musste dann mit ansehen, dass es munter so weiterging, denn die Kölner bissen erneut gnadenlos zu und erhöhten durch Russell (44.) und Kero (48.) auf 7:1 und 8:1.

Die Kölner Fans, die den Weg in die Arena gefunden hatten, durften zu Recht jubeln, auch für den Anhänger im Sonderzug war der klare Sieg Balsam für die geschundene Seele am Sonntag.

Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

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