Der bodenständige "Mister zuverlässig": So geht der neue Eislöwen-Sportboss voran

Dresden - Sportlich stehen die Dresdner Eislöwen in der DEL am Abgrund, trotzdem herrscht seit dieser Woche Aufbruchstimmung. Mit Jens Baxmann (40) ist Geschäftsführer Maik Walsdorf auf der Position des Sportdirektors ein Coup gelungen.

Der neue Sportdirektor der Eislöwen, Jens Baxmann (40), will mit Bodenständigkeit vorangehen.
Der neue Sportdirektor der Eislöwen, Jens Baxmann (40), will mit Bodenständigkeit vorangehen.  © Matthias Rietschel

Der Boss lotste den Nachfolger von Matthias Roos (45) von den Lausitzer Füchsen an die Elbe. "Der Anruf bei Dirk Rohrbach hat Überwindung gekostet, aber er hat es sachlich und professionell aufgenommen", berichtete Walsdorf über die Reaktion seines Kollegen in Weißwasser. Und Baxmann stellte gleich klar: "Ich bin im Guten gegangen, die Gerüchte, irgendetwas sei vorgefallen, stimmen nicht."

Der Ex-Profi der Eisbären Berlin beendete 2022 seine Spielerkarriere bei den Füchsen, nachdem er sich damals im Januar im Training eine so schwere Augenverletzung zugezogen hatte, dass er auf einem Auge nichts mehr sieht. Anschließend wechselte er ins Management der Lausitzer.

Nicht nur als Spieler, sondern auch jetzt als Funktionär hat er ambitionierte Ziele, "Weißwasser hat irgendwann Grenzen, allein was die Infrastruktur angeht", wussten er und auch Walsdorf und so waren die "sehr, sehr guten Bedingungen in Dresden" mit entscheidend, dass der 40-Jährige von der neuen Aufgabe schnell überzeugt war.

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An einem abgelegenen, kleinen See im Spreewald fanden die ersten Gespräche bei einem Italiener statt, Walsdorf und Baxmann waren die einzigen Gäste und hatten so jede Menge Ruhe und Zeit, sich auszutauschen.

Der neue Sportdirektor hat jede Menge Arbeit vor sich, muss zweigleisig für die DEL und die DEL2 planen, aber auch sofort Gespräche mit den Spielern führen. "Mitte Januar ist ein Zeitpunkt, an dem viele, gerade mit Frau und Kindern, Klarheit haben wollen", weiß der siebenmalige deutsche Meister.

Am Montag wurde der Mann, der zuletzt bei den Lausitzer Füchsen arbeitete, offiziell in Dresden vorgestellt.
Am Montag wurde der Mann, der zuletzt bei den Lausitzer Füchsen arbeitete, offiziell in Dresden vorgestellt.  © Matthias Rietschel

Ex-Profi der Eisbären Berlin ist bodenständig, nahbar und sich "für nichts zu schade"

Geht der Blick schon nach unten in die DEL2? Baxmann muss für beide Ligen planen.
Geht der Blick schon nach unten in die DEL2? Baxmann muss für beide Ligen planen.  © Thomas Heide

Trotz 13 Punkten Rückstand schätzt er die Lage der Eislöwen in der DEL nicht als "aussichtslos" ein. Wichtig ist ihm, ab jetzt Ansprechpartner und Vertrauensperson für die Spieler, aber auch alle im Verein zu sein.

Er selbst schätzt sich als "bodenständig, offen, kommunikativ" ein, einer, der sich "für nichts zu schade ist und auch die Kiste in den Bus schleppt", wenn es sein muss. Als Profi wurde er "Mister zuverlässig" getauft, "machen statt reden" ist sein Credo, das passt zu den ambitionierten Zielen der Eislöwen.

"Welche Spieler kommen für beide Ligen infrage, welche Spieler aus dem Nachwuchs kann man in beiden Ligen einbauen", sind die ersten Fragen, die Baxmann schnell beantworten muss. Er weiß: "Auch in der DEL2 wird rumgerast, schnelles Eishockey gespielt. Wer läuferisch den Speed der anderen Teams nicht mitgehen kann, wird nicht mithalten können."

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Ob DEL oder Abstieg, einen Umbruch wird der neue Sportdirektor definitiv einleiten, wobei "die Mischung" stimmen muss, betont er. Am Dienstag im Heimspiel gegen Bremerhaven (19.30 Uhr) wird er sich ein zweites Mal live davon überzeugen können, wer für die Zukunft in Frage kommt, und wer vielleicht nicht.

Titelfoto: Matthias Rietschel

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