Kritik am Nationaltrainer? DEB-Kapitän vermisst nach WM-Auftaktpleite die "Lösung"

Zürich (Schweiz) - Mit einer Riesen-Rettungstat kratzte Moritz Seider (25) die Scheibe zu Beginn des zweiten Drittels von der Linie, die 1:3-Auftaktniederlage bei der Eishockey-WM gegen Finnland konnte er aber trotzdem nicht verhindern. Anschließend benannte der NHL-Profi die Schwächen des DEB-Teams in aller Deutlichkeit und nahm zumindest zwischen den Zeilen auch Coach Harold Kreis (66) in die Pflicht.

Irre Rettungstat! Mo Seider (25) warf gegen Finnland alles rein, aber Deutschland musste sich am Ende geschlagen geben.  © Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa

"Wenn wir eine Lösung parat hätten, hätten wir die Dinger reingemacht. Hoffentlich haben wir nächstes Mal einen besseren Plan und ein bisschen mehr Scheibenglück", sagte der 25-Jährige am Freitag nach der Pleite gegenüber Sporteurope.tv.

Eine Spitze gegen den eigenen Übungsleiter? Immerhin bekommt der seit geraumer Zeit das wohl größte Manko der deutschen Nationalmannschaft nicht wirklich in den Griff - die Special Teams.

"Überzahl, Unterzahl, das war heute, glaube ich, der ausschlaggebende Faktor", bemängelte der Verteidiger der Detroit Red Wings. "Wenn du da ein Tor schießt und eins verhinderst, dann haben wir ein enges Spiel. Das sind die Kleinigkeiten, die auf diesem Level den Unterschied machen."

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Das Ei des Kolumbus hat Seider damit nicht entdeckt, bereits bei der WM vergangenes Jahr in Dänemark kassierte Deutschland in Unterzahl doppelt so viele Treffer, wie in Überzahl selbst gelangen. Auch bei Olympia in Mailand wurden der Auswahl eigene Strafzeiten zum Verhängnis.

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Nach der Auftaktpleite gegen Finnland sprach Kapitän Mo Seider (25, M.) das Problem des DEB-Teams deutlich an.  © Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa

Moritz Seider ärgert sich über Pleite gegen "schlagbare finnische Mannschaft"

An den Special Teams muss DEB-Coach Harold Kreis (66, M.) noch feilen.  © Michael Buholzer/KEYSTONE/dp

Gegen den Olympia-Dritten aus Finnland bestätigte sich das Bild. Während das Team von Nationaltrainer Antti Pennanen (47) seine ersten beiden Powerplays auf die Anzeigetafel brachte, tat sich die Truppe von Harold Kreis in zehn Minuten Überzahl erneut schwer. Nur zwei gute Gelegenheiten von Joshua Samanski (24) sprangen heraus.

"Wenn Josh die Scheibe über die Linie drückt, stehen wir da, und alles ist gut, dann haben wir diese Unterhaltung gar nicht", wusste auch Seider.

Dennoch wollte der DEB-Kapitän nach dem WM-Auftakt natürlich nicht gleich alles schwarzmalen: "Es gibt viel Positives, was man mitnehmen kann, aber die Frustration überwiegt natürlich, weil wir Punkte gegen eine schlagbare finnische Mannschaft liegen gelassen haben", erklärte der NHL-Star.

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Die Chance auf Wiedergutmachung gibt es schon am morgigen Sonntag (20.20 Uhr) gegen Lettland.

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