Nach Olympia-Aus: Bundestrainer fürchtet ums Überleben seiner Sportart

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Klingenthal - Die Deutschen Meister wurden am vergangenen Wochenende in Hinterzarten mit Vinzenz Geiger (29, Oberstdorf) und Nathalie Armbruster (Kniebis) gekürt. Im Januar ist Klingenthal Weltcup-Ort. Zum letzten Mal? Denn Bundestrainer Eric Frenzel (37), einer der erfolgreichsten Nordischen Kombinierer überhaupt, malt nach dem Olympia-Aus seiner Sportart schwarze Bilder.

Im Januar sieht Klingenthal wieder solche Bilder. Der Weltcup der Kombinierer macht im Vogtland Station. Zum letzten Mal?
Im Januar sieht Klingenthal wieder solche Bilder. Der Weltcup der Kombinierer macht im Vogtland Station. Zum letzten Mal?  © imago/Arvid Müller

Frenzel fürchtet nach der Streichung der Nordischen Kombination aus dem olympischen Programm um das Überleben seiner Sportart. "Ich sehe da schwarz. Die ersten Gespräche mit Förderern waren negativ", sagte Frenzel am Rande der Meisterschaften.

Die Bedrohung für die Nordische Kombination ist nach seinen Aussagen sehr konkret. Man habe keinerlei Zeit zu verlieren.

"Denn meiner Meinung nach kann diese Sportart nach dem Olympia-Aus ein Jahr überleben, maximal vielleicht zwei Jahre."

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Denn: "Danach ist komplett Schicht im Schacht. Ohne nationale Förderung ist der Sport nicht finanzierbar", sagte der 37-Jährige.

Der frühere Weltklasse-Kombinierer Frenzel nannte unter anderem die Forschung an Sportgeräten und das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft.

Bundestrainer Eric Frenzel (37) sieht für seine Sportart schwarz.
Bundestrainer Eric Frenzel (37) sieht für seine Sportart schwarz.  © IMAGO/Christian Heilwagen

Ohne Gelder brechen der Nordischen Kombination die Sportstätten weg

Spitzenathletinnen wie Jenny Nowak (24) vom SC Sohland werden nach dem Olympia-Aus sicher auch über einen Wechsel zu den Spezialistinnen nachdenken.
Spitzenathletinnen wie Jenny Nowak (24) vom SC Sohland werden nach dem Olympia-Aus sicher auch über einen Wechsel zu den Spezialistinnen nachdenken.  © imago/eibner

Thema werden dann aber auch die fehlenden Gelder aus der Sporthilfe.

"Bisher konnten wir mit unseren Erfolgen bei Olympia dafür sorgen, dass marode Schanzen restauriert wurden und dass es einige Langlaufstadien noch gibt. Das wird kaum noch möglich sein. Daraus folgt: Jedes Kind wird sich nun überlegen, ob es überhaupt noch Kombinierer werden möchte", erklärte Frenzel.

Bei den Winterspielen in Italien im Februar war die Kombination aus Skisprung und Langlauf noch im Programm. Für 2030 gilt das nicht mehr.

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Topathlet Geiger, der 2018 in Südkorea und 2022 in China Olympiasieger wurde, bescheinigt der eigenen Sportart im Nachhinein eine gewisse Naivität gegenüber dem IOC.

"Ich fühlte mich live in einem Albtraum oder in einem schlechten Film. Wir wussten, dass eine Gefahr besteht, aber wir hätten nie damit gerechnet, dass es wirklich zum Olympia-Aus kommen würde. Und dann: Bumm. Das war ein Riesenschock", so Geiger über den Tag der Entscheidung. Es gehe "ab sofort" um die Existenz der Sportart.

Dass sie gerettet werden kann, da fehlt vielen der Glaube - selbst Frenzel.

Titelfoto: Bildmontage (2): IMAGO/Arvid Müller, IMAGO/Christian Heilwagen

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