Peinliche FIS-Panne sorgt für Wirbel: Skisprung-Verband muss komplette Wertung streichen
Vikersund (Norwegen) - Der Skisprung-Kalender für die kommende Saison ist noch nicht einmal offiziell und sorgt jetzt schon für eine Menge Wirbel! Wegen einer peinlichen Panne des Weltverbands FIS dürfte es im nächsten Winter wohl nur ein einziges Skifliegen für die Frauen und damit keine separate Wertung wie bei den Männern geben.
In dem Entwurf für die kommende Weltcupsaison, den die FIS vor wenigen Tagen veröffentlichte, war das Saisonfinale im slowenischen Planica noch für den 26. bis 28. März terminiert.
Dabei hatten die Planer aber offenbar vergessen oder nicht bedacht, dass an diesem Wochenende Ostern ist und dort traditionell keine FIS-Wettkämpfe stattfinden. Entsprechend wurde Planica auf das Wochenende davor, den 19. bis 21. März, vorgezogen, wo allerdings eigentlich ein Skiflug-Weltcup in Vikersund (Norwegen) angesetzt war.
Die Lösung der Terminplaner der FIS lautet entsprechend, dass Vikersund auf den 19. bis 21. Februar verschoben werden soll. Dort haben jedoch nur die Männer ein freies Wochenende, die Frauen sind beim Weltcup im österreichischen Villach. Die Konsequenz: Für die Athletinnen gibt es wohl kein Skifliegen in Norwegen.
"Wir erhielten Rückmeldung von der FIS, dass ihnen ein Fehler unterlaufen sei", sagte Terje Lund, Veranstaltungsmanager des norwegischen Skiverbands, laut Dagbladet gegenüber der norwegischen Nachrichtenagentur NTB.
"Sandro [Pertile, Rennleiter der FIS, Anm. d. Red.] und ich haben versucht, eine Lösung zu finden. Aber es ist nicht so einfach, Weltcup-Rennen zu verschieben. Es gibt geplante Reiserouten, Hotelbuchungen und so weiter", erklärte Lund. "Sandro hat sich entschuldigt, aber es hilft uns nichts, wütend auf die FIS zu sein. Wir müssen versuchen, die Situation zu lösen."
Skispringen: Wohl keine Skiflug-Wertung für Frauen in der Saison 2026/27
Lösungen sind im eng getakteten Wettkampfplan aber rar gesät. Den auf einem FIS-Treffen vorgebrachten Vorschlag, auf den Frauen-Wettkampf in Wisla (Polen) im Dezember zu verzichten, stattdessen das Villach-Wochenende dort stattfinden zu lassen und somit Vikersund-Kapazitäten für beide Geschlechter zu schaffen, schmetterten sowohl Österreichs Sportdirektor Mario Stecher als auch Polens Vizepräsident Wojciech Gumny laut sport.pl bereits ab.
Die Folgen gehen über einen einzelnen abgesagten Weltcup hinaus: Durch die Vikersund-Absage steht nur ein Skifliegen für die Frauen im Plan, wodurch keine separate Skiflug-Wertung durchführbar ist.
"Die FIS würde gerne einen Skiflug-Cup veranstalten, aber das ist mit nur einem Wochenende in Planica am Ende der Saison nicht möglich", sagte Norwegens Sportdirektor Jan-Erik Aalbu.
Ein Rückschlag für die Gleichberechtigung im Skisprung-Weltcup, die sich die FIS eigentlich zum Ziel gesetzt hatte. So hätten etwa die Kalender von Männern und Frauen ab der kommenden Saison erstmals angeglichen werden sollen, das hatte der Weltverband allerdings Anfang 2026 verworfen.
Nachdem seit 2024 nach langem Kampf von Top-Athletinnen wie Katharina Schmid (29) erstmals ein Skifliegen der Frauen im Weltcup veranstaltet wurde, gab es in der abgelaufenen Saison zum ersten Mal mehrere Skiflug-Weltcups und damit eine separate Skiflug-Wertung bei den Frauen.
Diese gewann die Norwegerin Eirin Maria Kvandal (24) – und wird ihren Titel als einzige Skiflug-Weltcup-Gesamtsiegerin jetzt wohl eine Weile behalten.
Titelfoto: Bildmonage: Daniel Kopatsch/Fa/dpa, JURE MAKOVEC / AFP

