Zum 65.! Vierschanzentournee-Sieger Deckert schreibt über sein Leben
Auerbach/Vogtland - Silber bei Olympia 1980 in Lake Placid auf der Normalschanze, Vierschanzentournee-Sieger zwei Jahre später, seit 1997 Präsident des VSC Klingenthal, von 2008 bis 2022 Oberbürgermeister der Stadt Auerbach im Vogtland. Am Dienstag wird Manfred Deckert 65 – und er hat viel zu erzählen. Deshalb schreibt er jetzt ein Buch.
Da kommen einige Kapitel zusammen, gute und schlechte, kuriose und weniger kuriose. Sein erstes wird Lake Placid sein. Danach war nichts mehr, wie es war. "Plötzlich stand mein bestellter Trabant vor der Tür. Gletscherblau, weißes Dach, Trabant 601 deluxe", sagt er dem MDR. "Ich wusste als 18-jähriger Bengel gar nicht, wohin mit mir. Ich hatte noch gar keine Fahrerlaubnis", so Deckert.
Vier Jahre später folgte ein weniger ruhmreiches. Er wurde nicht für Sarajevo nominiert, obwohl er überlegen DDR-Meister wurde. Mit ausgestrecktem Mittelfinger fuhr er in Lauscha den Gegenhang herunter. "Sarajevo wären meine Verhältnisse gewesen. Da war traurig."
Viele, viele Jahre später zeigt er sich human, ein tolles Kapitel. Während Corona versteigerte er im Januar 2021 seinen goldenen Tournee-Adler für 12.800 Euro und half. "Das Geld konnte ich in Auerbach verteilen. Ich habe das in anonymen Schreiben gemacht, immer 500 Euro im Umschlag. Alle Geschäfte, alle Friseure, jeder, der schließen musste. Manche werden heute noch nicht wissen, wo es herkam."
Und vielleicht ist auch ein Kapitel den Kindern der 80er-Jahre gewidmet. Bei einigen spielte er im Auerbacher Neubaugebiet an Heiligabend Weihnachtsmann. Die Kinder waren stolz. Wer hatte schon einen Rotkittel, der Tourneesieger war? Alles Gute, "Deck"!
Titelfoto: Bildmontage: Kristin Schmidt, IMAGO/Pressefoto Baumann