Zoff um diese Mützen! Vor dem Finale müssen die Kanuten im Deutschland-Vierer plötzlich ihre Caps absetzen

Montemor-o-Velho (Portugal) - Was für ein Happy End bei der Kanu-Europameisterschaft! Erst hatte Tom Liebscher-Lucz (32) wenige Minuten vorm Finale im portugiesischen Montemor-o-Velho Zoff mit der Jury, dem Deutschland-Vierer fehlte dadurch auf den ersten Metern der Durchblick. Im Schlussspurt war's "wirklich knapp".

Der Deutschland-Vierer fährt immer mit diesen Caps, auch bis zum Halbfinale bei der EM in Portugal. Im Finale waren sie plötzlich verboten.  © Ute Freise

Mit der Bootspitze setzte sich nach 500 Metern Ungarn durch und verwies die Olympiasieger sowie die zeitgleichen Spanier auf Rang zwei. "Das war ein spannendes Vierer-Rennen", berichtete der Dresdner nach EM-Silber. "Im Boot sah es gar nicht so eng aus, im Video dann später schon. Das hat Lust auf mehr gemacht."

Weniger Spaß hatte das Quartett um Tom Liebscher-Lucz kurz vorm Startschuss. Grund: Die Jury wollte, dass der 32-Jährige und seine Teamkollegen die Caps absetzen.

"Im Vorlauf durften wir sie noch tragen", wunderte sich der dreifache Olympiasieger. Doch im Finale störten die Sponsoren und die Farben. "Wir fahren aber immer mit Caps, damit ich auf Vier und Jacob Schopf auf Drei etwas nach dem Start sehen – so war's ein Blindflug."

Sport Von Karlsruhe nach Texas in zwei Jahren: Radfahrer Jakob schafft es pünktlich zur Fußball-WM

Problem: Wenn die Paddel auf den ersten Metern durchs Wasser pflügen, wird ordentlich Wasser hochgespritzt. "Hätten wir die Caps aber nicht abgesetzt, wären wir disqualifiziert worden", so Liebscher-Lucz.

Anzeige

Leider leer ging bei der EM Nele Reinwardt aus. Die 19-jährige Dresdnerin kam mit ihrem Vierer nach 500 Metern auf Platz vier. Bundestrainer Arndt Hanisch: "Bei den Damen gab es eine große Steigerung im Vergleich zum Vorlauf, daher geht der vierte Platz erst einmal in Ordnung." 

Mehr zum Thema Sport: