Von Martin Oversohl
Schorndorf - Das tot aufgefundene Kleinkind ist wegen eines Hitzeschlags im Auto gestorben. Das habe die Obduktion ergeben, sagte ein Polizeisprecher.
Die Mutter soll das 20 Monate alte Mädchen am Mittwoch über Stunden in Schorndorf bei Stuttgart im Wagen vergessen haben.
Gegen die 44 Jahre alte Mutter wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Sie soll im Glauben gewesen sein, ihre Tochter im Kindergarten abgegeben zu haben und sei zur Arbeit gefahren, so die Polizei.
Als sie am Nachmittag ihre Tochter in der Kita abholen wollte, diese dort aber nicht war, entdeckte sie das leblose Mädchen im Auto.
Die 44-Jährige ist auf freiem Fuß und hat einen Rechtsbeistand gewählt. Dadurch gewinnt sie rechtliche Sicherheit, um etwa mit ihrem Anwalt den möglichen Zeitpunkt und die Form der Vernehmung zu klären. "Bislang ist nicht sicher, ob und in welcher Form sich die Mutter äußern wird", sagte der Polizeisprecher am Tag nach dem Fund des Kindes.
Rekonstruktion des Tages
Wichtig sei es vor allem, ein Bild vom Tag des Fundes zu bekommen. "Es ist jetzt elementarer Bestandteil der Ermittlungen, den Tag zu rekonstruieren", sagte der Polizeisprecher. Unklar sei bislang etwa, wann das Kind ins Auto gesetzt wurde, welche Route genommen und wann der Wagen verlassen wurde.
Zudem suchten die Ermittler Zeugen, die das Auto oder die Mutter gesehen haben könnten.
Die Staatsanwaltschaft machte bislang keine Angaben dazu, wie die Mutter ihr Kind im Auto vergessen konnte und wo sie sich aufhielt, während das Mädchen allein im Wagen war.
Nach Polizeiangaben versuchten Notarzt und Rettungsdienst unverzüglich nach dem Fund am Mittwochnachmittag, das Kind wiederzubeleben. Die Einjährige starb dennoch an Ort und Stelle.
Auch die medizinischen Unterlagen werden Teil der Ermittlungen. Sie könnten Hinweise auf den Zustand des Kindes beim Fund und den Todeszeitpunkt geben.
Erstmeldung 7 Uhr, zuletzt aktualisiert 15.29 Uhr.