Weniger Straftaten, mehr Aufklärung? Polizei Stuttgart zieht Bilanz
Stuttgart - Gute Nachrichten für die Landeshauptstadt: Die Zahl der Straftaten in Stuttgart ist laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) das zweite Jahr in Folge gesunken. Gleichzeitig feiert die Polizei einen Ermittlungserfolg: Fast 67 Prozent aller Fälle konnten aufgeklärt werden.
Insgesamt erfasste die Polizei Stuttgart im vergangenen Jahr 53.894 Straftaten. Dass die Kriminalität leicht zurückgeht, während die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen gleichzeitig um drei Prozent steigt, wertet Polizeipräsident Markus Eisenbraun als klares Zeichen für die "akribische und erfolgreiche Arbeit" seiner Teams.
Ein besonderes Augenmerk lag 2025 auf der Waffen- und Messerverbotszone (WMVZ) in der Innenstadt. Die Bilanz fällt hier äußerst positiv aus.
Die Zahl der schweren Straftaten, bei denen ein Messer eingesetzt wurde, hat sich in der Verbotszone auf 46 Fälle nahezu halbiert. Die Beamten sehen darin eine Bestätigung, dass die enge Zusammenarbeit mit der Stadt und die verstärkten Kontrollen greifen.
Trotz der positiven Gesamttendenz gibt es Bereiche, die den Ermittlern Sorge bereiten. Die Gewalt gegen Polizeibeamte ist erneut gestiegen.
343 Beamtinnen und Beamte wurden im Dienst verletzt, was ein Plus von 14 zum Vorjahr darstellt. Eisenbraun spricht von einem "alarmierenden Zeichen für eine wachsende Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften".
"Digitale Gewalt" im Fokus
Ein massiver Trend zeigt sich in der Internetkriminalität. Mittlerweile entfallen rund 21 Prozent aller Taten auf Vermögens- und Fälschungsdelikte, wobei vor allem Anlagebetrug im Netz enorme Schadenssummen verursacht. Die Polizei rückt zudem das Thema "Digitale Gewalt" stärker in den Fokus.
"Hier sprechen wir bewusst von 'digitaler Gewalt', denn die Folgen für die Opfer von Deepfakes und anderen Straftaten können gravierend sein", erklärte der Polizeipräsident.
Ein genauerer Blick auf die demografischen Details der Statistik offenbart interessante Entwicklungen bei den Tatverdächtigen.
Während die Zahl der deutschen Tatverdächtigen um 7,7 Prozent zunahm, fiel der Anstieg bei nichtdeutschen Personen mit 3,7 Prozent deutlich moderater aus. Bei den Geflüchteten verzeichnet das Polizeipräsidium im Fünf-Jahres-Vergleich eine deutliche Trendumkehr. Die Zahlen in dieser Gruppe sanken um 3,4 Prozent.
Weniger positiv stellt sich die Lage bei der Jugendkriminalität dar. Zwar bleibt die Gesamtzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil, doch die Art der Delikte hat sich verschärft. Kriminelle Kinder und Jugendliche konzentrierten sich nun zunehmend auf Sexual- und Rohheitsdelikte.
Titelfoto: Bernd Weißbrod/dpa

