Verheerender Brand auf Großmarkt: Schaden geht in die Millionen
Von Marcel Gnauck
Stuttgart - Nach dem Ausbruch eines Brandes auf dem Stuttgarter Großmarkt geht der Schaden in die Millionen. Laut Schätzungen der Polizei könnte er mindestens im zweistelligen Millionenbereich liegen.
Zeugen hatten nach Angaben der Ermittler am Freitag gegen 22.45 Uhr eine brennende Lagerhalle gemeldet. Seither ist die Feuerwehr im Einsatz.
Die Brandbekämpfung gestalte sich wegen der teilweise einsturzgefährdeten Gebäude schwierig, sagte Feuerwehrsprecher Daniel Anand. Die Einsatzkräfte konnten die Hallen lange Zeit nicht betreten und mussten das Feuer stattdessen von außen bekämpft.
Nachdem das Technische Hilfswerk Teile der Lagerhalle mit einem Bagger herausgerissen hatte, gelang es den Helfern schließlich, den Brand gegen 12.30 Uhr unter Kontrolle zu bringen.
"Die Feuerwehr Stuttgart ist weiterhin mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort im Einsatz und wird vom THW unterstützt", bestätigten die zuständigen Behörden. Dennoch werde man in den kommenden Stunden mit weiteren aufwendigen Löscharbeiten rechnen.
Brand auf Großmarkt in Stuttgart: Feuerwehr spricht von "außergewöhnlichem Ereignis"
Das Feuer war am Freitagabend aus noch unbekannter Ursache ausgebrochen. Was genau sich in den brennenden Hallen befindet, war zunächst ebenfalls unklar.
Auf dem Großmarkt sind mehr als 100 Import- und Großhandelsfirmen angesiedelt, die frische Waren wie Obst, Gemüse und Blumen an Hotels, Gaststätten und andere Gewerbekunden verkaufen.
Der Großmarkt ist eigenen Angaben zufolge der drittgrößte Handelsplatz für frische Waren in Deutschland. Er liegt im Stadtteil Wangen, direkt am Neckar. Die Verantwortlichen des Großmarkts waren zunächst nicht erreichbar.
Einen Brand in dieser Größenordnung und eine vergleichbar große Einsatzlage habe es in Stuttgart in den vergangenen Jahren nicht gegeben, sagte der Feuerwehrsprecher. Es handle sich um ein sehr "außergewöhnliches Ereignis".
Mehr als 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk waren in der Nacht im Einsatz. Am Morgen wurde ein Großteil des Personals abgelöst. Verletzt wurde niemand.
Löscharbeiten ziehen sich noch über Stunden
Die Löscharbeiten werden sich laut Anand noch mehrere Stunden ziehen. Ein Problem für die Einsatzkräfte: Sie brauchen viel Löschwasser. Deshalb wird auch Wasser aus dem nahegelegenen Neckar gepumpt. Einsatzkräfte mit Booten stellen dabei sicher, dass der Fluss nicht verunreinigt wird.
Um den Schaden so gering wie möglich zu halten, seien geparkte Lastwagen von den Lagerhallen weggefahren worden, erklärte der Sprecher der Feuerwehr. Die Polizei konnte den Schaden am Vormittag noch nicht beziffern.
Die Rauchwolke über dem Industriegebiet ist inzwischen nicht mehr so dicht wie in der Nacht. Trotzdem mahnte die Feuerwehr die Bevölkerung in einem Umkreis von vier Kilometern, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Außerdem könne es zu einer Geruchsbelästigung kommen. Gefahr für die Bevölkerung bestehe aber nicht.
Erstmeldung am 4. Juli um 7.52 Uhr, zuletzt aktualisiert am 4. Juli um 16.41 Uhr.
Titelfoto: Fotomontage/Christoph Schmidt/dpa/Enrique Kaczor/dpa

