So geht es Wolfgang Grupp nach Suizidversuch

Von Tatjana Bojic

Burladingen - Die Tochter des streitbaren schwäbischen Firmenpatriarchen Wolfgang Grupp hat einen seltenen Einblick in ihr Privatleben gewährt.

Die Familie Grupp, Eigentümer des Textilherstellers Trigema: (v.l.) Wolfgang Grupp junior, Elisabeth, Wolfgang senior und Bonita stehen 2024 für ein Foto im Lager für Stoffballen.  © Bernd Weißbrod/dpa

Da sie nie Taschengeld bekommen habe, sei sie immer dann zu ihren Eltern gegangen, wenn sie etwas gebraucht habe, erzählt Bonita Grupp der "Süddeutschen Zeitung". 

"Wir sind dann mit einer Liste zum Einkaufen nach Stuttgart oder München gefahren. Mit meiner Mutter war das entspannter. Mein Vater wollte genau wissen: Wo ist deine Liste? Du brauchst eine Jeans, eine Hose, einen Rock – dann kaufen wir das. Nicht mehr und nicht weniger", erzählt die 36-jährige Unternehmerin, die das Textilunternehmen Trigema mit Sitz in Burladingen auf der Schwäbischen Alb seit dem Rückzug ihres Vaters mit ihrem Bruder, Wolfgang Grupp junior, führt. 

Nicht nur, dass es kein Taschengeld gab, sie habe auch nie Geld dafür bekommen, wenn sie in den Ferien in der Firma ausgeholfen habe, sagt die Trigema-Erbin. 

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"Es war für uns selbstverständlich, etwas zurückzugeben", sagte sie der Zeitung. 

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Familie führt Debatte über Medienpräsenz von Grupp senior

Bonita Grupp ist im vergangenen Jahr Mutter geworden und führt gemeinsam mit ihrem Bruder das Textilunternehmen.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Offen erzählt Bonita Grupp, die im vergangenen Jahr ihr erstes Kind zur Welt brachte, dass die Familie nicht mehr möchte, dass Wolfgang Grupp senior so viel in der Öffentlichkeit sei. Auf die Frage, ob sie glaube, dass sich ihr Vater zurücknehmen könne, sagte sie: "Wir können ihm etwas raten. Entscheiden muss er am Ende selbst." 

Nach seinem Suizidversuch im vergangenen Sommer hatte sich Ex-Trigema-Chef Grupp zunächst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. In diesem Jahr kehrte er zurück und stellte sich Fragen bei verschiedenen Veranstaltungen und Interviews. 

Zuletzt sagte er in der SWR1-Sendung Leute, sein Suizidversuch sei ein "Kurzschluss" gewesen. Er habe diese Tat sofort sehr bereut, und er werde dies sicher nicht wiederholen.

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Sein Gehör habe darunter gelitten. "Das gibt es mal im Leben, das man einen Aussetzer hat. Und den hatte ich." Er habe sich damals selbst vorgemacht, dass er wertlos geworden sei. Dies habe sich geändert. Er nehme Medikamente ein. 

Der 84-Jährige hatte Mitte vergangenen Jahres den Suizidversuch öffentlich gemacht. Er habe an Altersdepression gelitten und sich Gedanken darüber gemacht, ob er überhaupt noch gebraucht werde, hieß es in einem Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter. Er bedauere sehr, was geschehen sei und würde es gerne ungeschehen machen, hatte der Unternehmer geschrieben.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

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